Papst gegen einseitige Fixierung auf kirchliche Struktur-Fragen

Diözesen sollen nicht "zu sehr der Effizienz nachjagen"

Vatikanstadt, 21.09.12 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat dazu aufgerufen, sich bei der Lösung von pastoralen Problemen nicht einseitig auf diözesane Organisationsfragen zu beschränken. Diözesen riskierten "mit einer Art Bürokratisierung der Seelsorge zu sehr der Effizienz nachzujagen", sagte der Papst am Freitag vor französischen Bischöfen in Castel Gandolfo. Eine Konzentration auf Strukturen, Organisationen und Programmen führe zu Selbstbezogenheit. Nutznießer seien letztlich nur die Mitglieder der Organisation selbst. Kirchliche Angebote müsste jedoch auch Auswirkungen auf das Leben jener Christen haben, die nicht mehr regelmäßig einen Gottesdienst besuchen.

Evangelisierung erfordere, "von der Begegnung mit dem Herrn auszugehen", unterstrich Benedikt XVI. in der Ansprache an die Bischöfe, die sich derzeit zu ihrem "ad-limina-Besuch" im Vatikan aufhalten. Notwendig sei, "unseren Zeitgenossen dabei zu helfen, die Zeichen der Anwesenheit Gottes zu erkennen und wieder zu entdecken", sagte der Papst.

Zugleich wandte sich Benedikt XVI. gegen eine Verwischung der Zuständigkeiten von Priestern von Laien. Er freue sich über das Engagement von Laien. "Man muss allerdings daran erinnern, dass die spezifische Aufgabe der Laien in der Durchdringung der weltlichen Realitäten besteht." Die Bischöfe müssten darüber wachen, dass der Respekt vor dem Unterschied zwischen dem allgemeinen Priestertum aller Gläubigen und dem priesterlichen Dienst gewahrt bleibe. Dieser sei nicht nur ein hierarchischer, sondern ein "wesentlicher".

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