ORF III mit der Dokureihe "Die große Flucht" und Alban Bergs Oper "Lulu" mit Patricia Petibon

Am 22. und 23. September im Kultur- und Informations-Spartenkanal des ORF

Wien (OTS) - ORF III Kultur und Information erinnert am Samstag, dem 22. September 2012, an die Erstbesteigung des Matterhorns im Juli 1865 und zeigt eine "Land der Berge"-Geschichte voller Triumphe und Tragödien. Die ersten drei Folgen der Dokumentationsreihe "Die große Flucht" thematisieren die Vertreibung der mehr als zwölf Millionen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Spätabend folgt die "Kult.reloaded"-Nacht.

Am Sonntag, dem 23. September, lässt ORF III Kultur und Information Patricia Petibon als Femme fatale in Alban Bergs Oper "Lulu" die Männer um den Finger wickeln, hinterfragt das Sinnbild dieser verführerischen Frauenfigur und erinnert an den vor 30 Jahren verstorbenen kanadischen Pianisten und Entertainer Glenn Gould.

Samstag, 22. September

Unser Österreich: "Land der Berge: Die Sphinx von Zermatt - Das Matterhorn" (19.30 Uhr)

Als "imposantester Obelisk der Alpen", als "Leviathan der Berge" oder als "Sphinx von Zermatt" wurde das 4.477 Meter hohe Matterhorn gerühmt. Kein anderer Berg der Welt ist dermaßen oft gezeichnet, fotografiert, in der Literatur beschrieben oder in Malerei und Film verewigt worden. Oskar Kokoschka malte das Matterhorn und Luis Trenker produzierte zwei Spielfilme über die dramatischen Stunden der Erstbesteigung: Eine von enttäuschter Freundschaft, Neid, Ehrgeiz und Konkurrenzdenken geprägte und mit Blut geschriebene Berggeschichte. Der 14. Juli 1865 galt vor allem für einen Mann als Tag des Triumphs und der Tragödie zugleich: den Engländer Edward Whymper. "Um Viertel vor zwei Uhr lag die Welt zu unseren Füßen, und das Matterhorn war besiegt. Hurra!", notierte er in seinem Gipfelbuch. Wenige Minuten später kam die Katastrophe. Beim Abstieg glitt einer der sieben Bergsteiger aus und riss drei seiner Kameraden mit in die Tiefe. Whymper und zwei seiner Zermatter Bergführer überlebten. "Land der Berge" porträtiert den österreichischen Alpinisten Leo Schlömmer, der als einer der ersten die berüchtigte Matterhorn-Nordwand bestieg, und erinnert an das Wechselbad der Gefühle von Edward Whymper.

zeit.geschichte: "Die große Flucht: Heim ins Nichts" (20.15 Uhr)

Aggressiver Expansionismus, Rassenwahn und ethnische Entmischung:
Mehr als zwölf Millionen Deutsche mussten nach dem Zweiten Weltkrieg flüchten, wurden vertrieben oder umgesiedelt. Davon betroffen waren auch Sudetendeutsche, Donauschwaben, Siebenbürger und Südtiroler, die ehemals zur Donaumonarchie gehörten. Anhand historischer Aufnahmen erinnert die erste Folge der mehrteiligen Dokumentationsreihe "Die große Flucht" an die damalige Zeit und ruft tragische Ereignisse ins Gedächtnis. Die Historiker Oliver Rathkolb und Leopold Steurer sowie der Soziologe Václav Houzvicka analysieren die Hintergründe, die aus Millionen Deutschen die "letzten Opfer Hitlers" machten.

zeit.geschichte: "Die große Flucht: Die verlorene Heimat" (21.10 Uhr)

Nach dem Einzug deutscher Truppen im Sudetenland im Jahr 1938 mussten 200.000 Tschechen ihre Heimat verlassen. Ein Jahr später unterwarf Hitler auch den noch unbesetzten Teil der Tschechoslowakei. Als das "Tausendjährige Reich" im Jahr 1945 unterging, war die Vergeltung der Tschechen erbarmungslos: Mehr als drei Millionen Deutsche wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Blutiger Höhepunkt war der "Brünner Todesmarsch" Richtung Wien. Auch die Donauschwaben auf dem Balkan wurden nach dem Krieg vertrieben und verschleppt. Viele von ihnen kämpften bis ins Jahr 1947 in jugoslawischen Lagern ums nackte Überleben.

zeit.geschichte: "Die große Flucht: Der große Treck" (21.55 Uhr)

Im Jänner 1945 folgte der Gegenangriff der Roten Armee auf deutschem Gebiet. Hunderttausende deutsche Zivilisten fielen Hitlers sinnlosen Durchhaltebefehlen beinahe zum Opfer. Hauptsächlich Frauen, Kinder und alte Menschen konnten in letzter Minute zu Fuß oder auf Ochsenkarren durch Eis und Schnee flüchten. Viele wurden in Pommern aufgenommen bis eine weitere Vertreibung auf sie wartete und schließlich auch die pommerschen Frauen mit ihren Kindern und dürftigsten Habseligkeiten Richtung Westen flüchten mussten.

Kult.reloaded: "Die große Glocke" (22.45 Uhr)

Wenn Marianne Mendts Evergreen "Wie a Glock'n" als Titelmelodie erklingt und Gerhard Bronner als gut gelaunter Moderator zu seiner Kabarettsendung begrüßt, gibt es so manches an "Die große Glocke" zu hängen. ORF III Kultur und Information eröffnet damit die "Kult.reloaded"-Nacht.

Kult.reloaded: "Deutsch für Inländer" (0.05 Uhr)

Humorvoll geht es auch kurz nach Mitternacht weiter, wenn Ernst Hagen und Karl Hirschbold den fehlerhaften Gebrauch der deutschen Muttersprache kritisch begutachten. ORF III Kultur und Information zeigt einen kabarettistischen Beitrag zur allgemeinen Sprachverbesserung.

Sonntag, 23. September 2012

Erlebnis Bühne: "Künstlerporträt: Alban Berg und seine Femme fatale" (19.45 Uhr)

Frank Wedekinds Tragödie "Lulu" inspirierte den österreichischen Komponisten Alban Berg zu seiner zweiten Oper. Bis zu seinem Tod konnte er jedoch nur die ersten beiden Akte fertig orchestrieren. Die Uraufführung des Fragments fand am 2. Juni 1937 posthum am Opernhaus Zürich statt. Im Mittelpunkt steht der soziale Aufstieg einer jungen Frau, deren verführerische Aura die Männer auf unterschiedlichste Weise fasziniert. Barbara Pichler-Hausegger hinterfragt das Sinnbild dieser besondere Frauenfigur und begibt sich auf Spurensuche: eine Suche nach der "femme fatale".

Erlebnis Bühne mit Barbara Rett: "Lulu" (20.15 Uhr)

"Lulu" bringt die Männer aus der Fassung, verhöhnt ihre Besitzansprüche und erschüttert ihre bürgerliche Ordnung. Dass es schließlich zur Ermordung desjenigen kommt, den sie am meisten geliebt hat, ist nur eine der Katastrophen, denen sie begegnet. Bei den Salzburger Festspielen im Jahr 2010 inszenierte die in Sofia geborene Opernregisseurin Vera Nemirova Alban Bergs Oper in der Felsenreitschule: ORF III Kultur und Information zeigt das grandiose Arrangement mit Patricia Petibon in der Titelrolle. Von ihr um den Finger gewickelt werden u. a. Thomas Piffka, Franz Grundheber und Heinz Zednik. Begleitet werden sie von den Wiener Philharmonikern unter der musikalischen Leitung von Marc Albrecht.

Erlebnis Bühne mit Barbara Rett: "Glenn Gould spielt Bach: Das wohltemperierte Klavier" (23.25 Uhr)

Glenn Gould wäre am 25. September dieses Jahres 80 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigt ORF III Kultur und Information Glenn Goulds Interpretation von Johann Sebastian Bach. Zwischen 1979 und 1981 wurden drei Aufzeichnungen des kanadischen Pianisten, Komponisten und Organisten produziert, in denen er sich der Musik für Tasteninstrumente von Johann Sebastian Bach widmete. Ob in den Gesprächen mit Gastgeber Bruno Monsaingeon oder den musikalischen Darbietungen, das faszinierende Genie des umstrittenen Pianisten aus dem 20. Jahrhundert offenbart sich in jedem Moment. Glenn Gould war in der Lage, neue Tiefen in bekannten Meisterwerken zu entdecken und schreckte dabei vor keiner technischen Herausforderung zurück.

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