Industrie zu AK&ÖGB: Strukturelle Reformen im Pensionssystem unverzichtbar

IV-GS Neumayer: Fairness jüngeren Generationen gegenüber - Möglichkeiten für den vorzeitigen Pensionsantritt einschränken - steigende Lebenserwartung automatisch berücksichtigen

Wien (OTS/PdI) - "Die Finanzierungsprobleme im Pensionssystem sind der Grund mangelnder Reformmaßnahmen der Vergangenheit. Strukturelle Reformen sind längst überfällig!", erklärte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, anlässlich der heute stattgefunden Pressekonferenz von Arbeiterkammer und ÖGB. "Die gezahlten Beiträge der Versicherten sind bei weitem nicht ausreichend, um die pensionsrechtlichen Leistungen zu decken. Der Gesamtbetrag der Bundesmittel für die Pensionsversicherung belief sich 2011 auf 8,9 Milliarden Euro!", betonte Neumayer weiter.

Alarmierende Zahlen hat die OECD in ihrem jüngsten Länderbericht zum Pensionssystem aufgezeigt: Diesem zufolge würden etwa die Pensionsausgaben in Österreich ohne Reformen von derzeit 13,6 Prozent des BIP bis 2060 um über 9 Prozentpunkte auf 23 Prozent des BIP ansteigen. Das durchschnittliche tatsächliche Pensionsantrittsalter liegt in Österreich mit 58,9 Jahren bei den Männern und 57,5 Jahren bei den Frauen um etwa 4 Jahre unter dem jeweiligen OECD-Schnitt. "Die Pensionsbezüge sind in Österreich großzügiger als in den meisten OECD-Ländern und Abschläge für einen Pensionsantritt vor dem gesetzlichen Antrittsalter beschränkt", erklärte der IV-Generalsekretär. Kritik übt die OECD vor allem an den Möglichkeiten des frühzeitigen Pensionsantritts in Österreich. Angesichts der hohen Rate an Invaliditätspensionen ortet die OECD auch darin eine weitere Möglichkeit einer Frühpension, weil betroffene Personen oftmals grundsätzlich noch arbeitsfähig wären.

"Es sind dringend weitere Maßnahmen zu setzen, um das Pensionssystem aus Fairness jüngeren Generationen gegenüber auch künftig finanziell nachhaltig zu sichern und die von der OECD errechneten Ausgabensteigerungen abzufangen", so Neumayer. "Angesichts der demografischen Entwicklung ist eine Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalter unverzichtbar." Zentraler Ansatzpunkt ist die Ausgestaltung des Pensionssystems selbst. Die effektive Eindämmung bestehender frühzeitiger Pensionsformen ist ein zentrales Instrument zur Anhebung des faktischen Antrittsalters und verringert gleichzeitig die finanzielle Belastung der Allgemeinheit. "Eine Eindämmung der Frühpensionen ist auch im Hinblick auf die Arbeitsmarktintegration der älteren Arbeitnehmer geboten", so Neumayer unter Hinweis auf eine kürzlich publizierte Studie von EcoAustria. Die Erfolge bei der Erhöhung der Arbeitsmarktintegration von Älteren, wie sie in Deutschland etwa erfolgt ist, wurden entscheidend durch Reformen des Pensionssystems erreicht. Bedeutend waren hier insbesondere die Anhebung des gesetzlichen Antrittsalters für Männer und Frauen und das Auslaufen von Möglichkeiten für den vorzeitigen Pensionsantritt.

Um das Pensionssystem für die künftige Entwicklung abzusichern, müssen Veränderungen der Lebenserwartung rechtzeitig Eingang finden. "Wir brauchen einen Nachhaltigkeitsmechanismus im Pensionssystem, der die steigende Lebenserwartung berücksichtigt.", so der Generalsekretär abschließend.

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