Grüner Bericht: 2011 war gutes Jahr für Österreichs Landwirtschaft Positive Entwicklung bei Preisen und Einkommen

Wien (PK) - 2011 war ein gutes Jahr für Österreichs Bäuerinnen und Bauern, freut sich Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich im Vorwort des Grünen Berichts 2011 (III-352 d.B.), der nun dem Parlament vorliegt. Preise und Mengen verzeichneten bei fast allen agrarischen Produkten eine positive Entwicklung, es sei gelungen, in allen Betriebsformen Einkommenszuwächse zu erzielen und damit den Einkommensrückgang von 2009 auszugleichen, fasst der Ressortchef die Grundaussagen des Berichts zusammen.

Deutliche Steigerung des landwirtschaftlichen Produktionswerts

Wie nun aus dem Papier, dem auch der Bericht über die Maßnahmen für die Land- und Forstwirtschaft im Jahr 2013 (III-353 d.B.) angeschlossen ist, hervorgeht, nahm der Produktionswert der Land- und Forstwirtschaft 2011 um 13,4 % zu. Innerhalb der Landwirtschaft entfielen 45 % des Produktionswerts auf die pflanzliche und ebenfalls 45 % auf die tierische Erzeugung, 10 % machten die landwirtschaftlichen Dienstleistungen und Nebentätigkeiten aus. Der Anteil der Land- und Forstwirtschaft und der Fischerei an der Bruttowertschöpfung der Volkswirtschaft betrug 2011 rund 1,6 %. Der Arbeitseinsatz in diesem Sektor wiederum nahm gegenüber 2010 um 1,1 % auf 147.800 Jahresarbeitseinheiten ab. Der Arbeitseinsatz der nicht entlohnten Arbeitskräfte verringerte sich dabei um 2,1 % auf 124.500 Jahresarbeitseinheiten, der Arbeitseinsatz entlohnter Arbeitskräfte stieg hingegen um 4,3 % auf 23.300 Jahresarbeitseinheiten. Das Faktoreinkommen je land- und forstwirtschaftlicher Arbeitskraft stieg gegenüber 2010 markant an: nominell + 17,5 %, real + 14,9 %.

Steigerungen wurden auch im Außenhandel mit Agrarprodukten verzeichnet: So erhöhten sich die Exporte um 12,7 % und die Importe um 11,2 %. Am gesamten Außenhandel hatten die agrarischen Importe einen Anteil von 7,4 %, die agrarischen Exporte einen Anteil von 7,2 %. Bedeutendste Handelspartner Österreichs im Agrarbereich waren die EU-Staaten: So kamen 93,3 % der Importe aus der Union, 75,9 % der Exporte wiederum gingen in den Binnenmarkt.

Zunahme bei Mengen und Preisen

Was nun die Produktion betrifft, verweist der Bericht im pflanzlichen Bereich auf eine Steigerung der Getreideernte im Jahr 2011 um 19 % gegenüber der Ernte des Jahres 2010. Dieses Ergebnis konnte trotz einer Reduktion der Flächen aufgrund von sehr guten durchschnittlichen Erträgen erzielt werden, heißt es dazu. Steigerungen gab es auch bei der Fläche der angebauten Ölfrüchte (+ 1,6 %), sowie bei der Erntemenge bei Körnerleguminosen (+ 29 %), Erdäpfeln (+ 21 %), Zuckerrüben (+ 6,9 %). Die Weinernte schließlich lag um rund 18 % über dem Produktionsdurchschnitt der letzten fünf Jahre.

Im Bereich der tierischen Produkte spricht der Bericht von einem Plus von 4,4 % bei Kuhmilch. Die Bruttoeigenerzeugung bei Rindern nahm um 1,4 %, jene bei Kälbern um 13 % zu, bei Schweinen hingegen wurde ein Rückgang um 1 % verbucht. Der Preisindex für die pflanzlichen Produkte stieg 2011 um 2,7 %, jener für tierische Produkte um 10 %.

Weiterer Rückgang bei Betrieben, aber mehr Biobetriebe

Die Agrarstrukturerhebung ermittelte für das Jahr 2010 insgesamt 173.317 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Gegenüber der letzten Vollerhebung aus dem Jahr 1999 hat sich damit die Zahl der Betriebe um 20,3 % verringert, seit dem EU-Beitritt 1995 wurde ein Rückgang um 27,5 % verzeichnet.

Wie weiters aus dem Bericht hervorgeht, gab es 2011 in Österreich 21.575 Biobetriebe. Der Anteil der Biobetriebe an allen Betrieben macht damit nunmehr bereits 16,4 % aus, was wiederum eine Steigerung um 0,8 % gegenüber 2010 bedeutet. Die Zahl der Bergbauernbetriebe sank hingegen im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010 um 1,1 % auf 65.857. Betriebe mit Milchquoten verzeichneten schließlich einen Rückgang um 3,3 % - von 39.109 im Jahr 2010 auf 37.828 2011.

Einkommenszuwächse bei allen Betriebsformen

Hinsichtlich der Einkommenssituation spricht der Bericht von einer Überwindung des massiven Einkommensrückgangs des Jahres 2009. Die Erträge je Betrieb erhöhten sich gegenüber 2010 um 15 %. Bezogen auf den Arbeitseinsatz machten die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft 23.485 € (+ 34 %) je nicht entlohnter Arbeitskraft aus. Erklärt wird dies vor allem durch den Anstieg des Ertrags infolge von höheren Preisen und Ertragsmengen für Getreide. Im tierischen Bereich wiederum sind die Ertragszuwächse vorwiegend auf den höheren Milchpreis und auf Preise für Rinder und Schweine zurückzuführen.

Im Einzelnen geht aus dem Bericht hervor, dass 2011 bei allen Betriebsformen Einkommenszuwächse festgestellt werden konnten, wobei die kräftigste Steigerung mit einem Plus von 127 % die Dauerkulturbetriebe verzeichneten. Einkommenszuwächse ergaben sich aber auch für die landwirtschaftlichen Gemischtbetriebe (+ 39 %) sowie die Marktfruchtbetriebe (+ 38 %). Die geringsten Einkommenszuwächse verbuchten die Betriebe mit über 50 % Forstanteil und Betriebe mit 25 % bis 50 % Forstanteil mit jeweils 18 %. Die Einkünfte der Bergbauernbetriebe erhöhten sich 2011 gegenüber 2010 um 18 %, bei Biobetrieben ergab sich ein Einkommensplus von 19 %. Die öffentlichen Gelder hatten bei letzteren einen Anteil von 27 % am Ertrag. 41 % der Subventionen entfielen dabei auf ÖPUL-Zahlungen, 24 % auf die Betriebsprämie und 19 % auf die Ausgleichszulage.

Geringere budgetäre Aufwendungen für den Agrarbereich

Rückblickend auf das Agrarbudget 2011 erinnert der Bericht, dass 2011 2.268 Mill.€ an EU-, Bundes- und Landesmitteln für die Land- und Forstwirtschaft aufgewendet wurden, was einem Rückgang gegenüber 2010 von 2,8 % entspricht. Geringere Zahlungen gab es sowohl bei der 1. Säule der GAP (Tier-, Produkt- und Betriebsprämie) als auch bei der 2. Säule der GAP (insbesondere durch geringere Auszahlung der Investitionsförderung, bei der Ausgleichszulage und der Agrarumweltmaßnahme). Die Ausgaben, die rein aus nationalen Mitteln des Bundes und der Länder finanziert wurden, betrugen 2011 365 Mill. € und machten damit 16 % des Agrarbudgets aus. Die höchsten Ausgaben entfielen auf Beratung und Berufsbildung sowie Verkehrserschließung ländlicher Gebiete.
(Schluss)

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