Unverständlich: Frankreichs Verfassungsrichter entscheiden pro Stierkampf

VIER PFOTEN: Leid der Tiere für grausame Tradition in Kauf genommen

Wien (OTS) - Der in einigen südfranzösischen Regionen regelmäßig stattfindende Stierkampf ist nicht verfassungswidrig: Diese Entscheidung des französischen Verfassungsrats ist aus Sicht von VIER PFOTEN völlig unverständlich. Tierschützer in Frankreich hatten gegen die grausame Tradition geklagt, da "Akte der Grausamkeit" gegen Tiere eigentlich gesetzlich verboten sind. Ausnahmen macht das Strafgesetzbuch aber bei Stier- und Hahnenkämpfen in Regionen, in denen es sich um eine "örtliche Tradition" handelt. Der Verfassungsrat entschied nun, dass diese Ausnahmeklausel verfassungsgemäß ist. Damit können die Stierkämpfe in mehr als 60 südfranzösischen Städten auch in Zukunft ungehindert veranstaltet werden.

"Das ist aus unserer Sicht eine klare Fehlentscheidung", kritisiert VIER PFOTEN Geschäftsführer Helmut Dungler. "Es wird eine fragwürdige Tradition aufrecht erhalten, die nicht nur unsägliches Tierleid verursacht, sondern auch mittlerweile von der Mehrheit der französischen Bevölkerung aus ethischen Gründen abgelehnt wird. Umso unverständlicher ist das Festhalten an dieser grausamen Praxis."

Bei Stierkämpfen nach "spanischem Modell", wie sie auch in Frankreich stattfinden, werden Tiere schon vor dem Spektakel bewusst gereizt. Das kann von Schlägen gegen die Nieren über das Bohren von Nadeln in die Geschlechtsteile bis hin zur Verabreichung von Medikamenten, um die Tiere orientierungslos zu machen, reichen. Während des Kampfes wird der Stier oft mit Lanzen in die Seite gestochen. Höhepunkt ist die Tötung, wobei der Tod meistens durch Ersticken am eigenen Blut infolge des "Gnadenstoßes" eintritt.
VIER PFOTEN fordert ein Verbot von Stierkämpfen in allen Ländern, in denen diese Grausamkeiten stattfinden.

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