"Kulturmontag" am 24. September: Tommy Lee Jones im Exklusivinterview, "Claustria"-Autor Régis Jauffret live zu Gast

Weiters: Kärntner Zuständ' im neuen Roman von Erwin Riess und Joerg Burgers neue Doku "Rudi Klein - Eine Reise um den Zeichentisch"

Wien (OTS) - Martin Traxl führt am Montag, dem 24. September 2012, ab 22.30 Uhr in ORF 2 durch einen "Kulturmontag", der sich diesmal unter anderem mit der neuen Hollywood-Komödie "Wie beim ersten Mal" mit Meryl Streep und Tommy Lee Jones beschäftigt. Der "Kulturmontag" zeigt dazu ein Exklusivinterview mit dem Schauspieler. Weiter geht's mit dem semidokumentarischen Roman "Claustria" über den Inzestfall von Amstetten - der Autor Régis Jauffret ist live zu Gast im Studio -und dem Krimi "Herr Groll im Schatten der Karawanken" von Schriftsteller Erwin Riess. Joerg Burgers neue Dokumentation "Rudi Klein - Eine Reise um den Zeichentisch" über den österreichischen Cartoonisten steht als ORF-Premiere auf dem Programm, und "art.film" zeigt um 0.00 Uhr die vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens unterstützte Produktion "Mein Kampf".

Paar-Lauf: Meryl Streep und Tommy Lee Jones im Ehe-Clinch

Reden wir über Sex? Das wird mit den Jahren unter Ehepartnern nicht leichter. Offenbar ganz im Gegenteil. Hollywood-Regisseur David Frankel schleift in seiner Komödie "Wie beim ersten Mal" zwei Superstars zum Eheberater, und der Mann windet sich bei jeder Frage des Therapeuten - und schweigt beharrlich. Trumpf des Films ist die überragende Besetzung: Meryl Streep spielt die frustrierte Ehefrau, Tommy Lee Jones den großen müden Schweiger. Auch wenn es sich um eine Mainstream-Produktion handelt: Die Szenen, in denen der Paartherapeut seinen Klienten unangenehme Fragen stellt, wurden wegen ihrer Eindringlichkeit von der Fachpresse hymnisch gelobt. Der "Kulturmontag" fragt bei zwei echten Therapeuten nach: Sabine und Roland Bösel, die der Überzeugung sind, fast jede Beziehung habe eine zweite Chance verdient. Im Exklusivinterview mit dem "Kulturmontag":
Tommy Lee Jones.

Der Fall F. und die Kunst: "Claustria"-Autor Régis Jauffret live im "Kulturmontag"

"Claustria" heißt der semidokumentarische Roman des Franzosen Régis Jauffret, der am Montag in Wien vorgestellt und in dem der Inzestfall von Amstetten aufgearbeitet wird. Der Autor holt weit aus: Österreich sei ein nihilistisches Land, Kellermentalität und Verdrängen seien vielleicht gar nationale Charakteristika. Schließlich habe Österreich auch seine Mitschuld an den Naziverbrechen stets verdrängt. Der Boulevard kocht indes die Verbrechen des Josef F. genüsslich als Horrorschocker neu auf: Ein französischer Autor habe besser recherchiert als die Behörden, ist zu lesen. Kann Kunst tatsächlich reale Verbrechen fassen und im besten Falle eine heilende Wirkung haben? Tatsache ist: Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek griff den Amstettner Fall in ihrem Gretchendrama "FaustIn and Out" ebenso auf wie Hubsi Kramar in seinem Stück "Pension F". Und die Band Rammstein textete nicht unbedingt geschmackssicher: "Komm auf mein Schloss, da wartet Spaß im Tiefgeschoss ..." Der "Kulturmontag" über die Grenzen von Fiktion, Realität und Verbrechen. Autor Régis Jauffret ist live zu Gast im Studio.

Kärntner Zuständ' als Krimi und die Aufarbeitung eines dunklen Kapitels Vergangenheit

Dass es viele sogenannte "Deutschkärntner" nicht mögen, wenn Ortsfremde alte braune Geschichten aufwärmen, bekommt Privatermittler Groll zu spüren. Dieser ist eine Romanfigur und das Alter Ego des Schriftstellers Erwin Riess. Mit beißendem Sarkasmus bettet Riess "Kärntner Zustände" in eine Krimihandlung, nennt Alt-Nazis beim Namen, bietet historische Fakten auf und macht auch um den aktuellen Korruptionssumpf keinen Bogen. "Herr Groll im Schatten der Karawanken" ist der Titel des Krimis, in dem auch ein rühriger Dozent auftaucht. Diese Figur wiederum ist das Alter Ego von Helge Stromberger, der aktive Erinnerungsarbeit leistet. Am Freitag wird im Landeskrankenhaus Klagenfurt eine Ausstellung zum Thema NS-Euthanasie eröffnet. Euthanasie - "schöner Tod" - war der zynische Nazi-Begriff für die Vernichtung "unwerten Lebens": Rund 1.500 behinderte, sieche oder unheilbar kranke Kärntner wurden zwischen 1940 und 1945 systematisch ermordet. Der "Kulturmontag" über Realsatiren, die Verzahnung von Kunst und Leben - und wie ein Krimiautor Nachhilfe in Zeitgeschichte gibt.

"Rudi Klein - Eine Reise um den Zeichentisch"

Der Wiener Künstler Rudi Klein, ein Großkaliber der heimischen Comicszene, zählt zu den lebenden Legenden der komischen Bildkunst im deutschen Sprachraum. Seine unverwechselbare Handschrift, mit der er einen eher minimalistischen Stil pflegt, unterhält seit rund 30 Jahren die Leserschaft von "Standard", "profil", "Falter", "Datum", "AK Für Sie", "Titanic", "Süddeutsche Zeitung", "Die Zeit", "FAZ" und etlichen anderen Periodika. Allein sein "Lochgott" ist Kult. Wer seine "Klein-Kunst" im Original erleben will, kann das ab November im Wiener ORF-Funkhaus, wo im Rahmen von "Kunstraum Radio" die nächste einjährige Ausstellung beginnt: Rudi Klein und Freunde präsentieren Schwarz-Weiß-Bilder zum Thema "Migration", die Ausstellung ist im Rahmen der ORF-Backstage-Führungen zu besichtigen.

Der "Kulturmontag" steht als zeitnahe Servicewiederholung jeweils am Dienstag im Hauptabend auf dem Programm von ORF III und ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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