Wohnungsmarkt Wien: Preissteigerungen betreffen nur kleines Segment

Klare Regeln im Mietbereich - nur 5 Prozent frei vereinbart, Preissteigerungen im Bereich Eigentum

Wien (OTS) - Einen Überblick zur Situation am Wiener Wohnungsmarkt gab Wohnbaustadtrat Michael Ludwig gestern, Donnerstag, im Gespräch mit Journalisten. Zur Sprache kamen vor allem die vielzitierten Preissteigerungen am Wohnungsmarkt, die laut Ludwig aber nur ein kleines Segment betreffen würden. Oftmals kolportierte "Preisexplosionen" im gesamten Bereich des Wohnens seien nicht festzustellen.

Nur 5 Prozent der Mieten frei vereinbart

Sieht man sich die Aufteilung des Wohnungsbestandes in Wien an, fallen 23 Prozent auf Wiener Wohnen und 21 Prozent auf gemeinnützige Bauträger. Weitere 26 Prozent entfallen auf Mietwohnungen, die dem gesetzlich geregelten Bereich des Mietrechtsgesetzes unterliegen. Lediglich 5 Prozent sind frei vereinbarte Mieten, die sich nur nach der Nachfrage richten. Die verbliebenen 25 Prozent beinhalten Eigentumswohnungen, sind also für Mieten unerheblich.

Während im Gemeinde- und geförderten Wohnbau bei den Mietverhältnissen (31 Prozent entfallen auf den Gemeindebau, 28 Prozent auf geförderten Wohnbau) klare Grenzen gesetzt sind, unterscheidet man im privaten Bereich (41 Prozent) nach Kriterien wie Richtwertmietzins, angemessenem Zins, Kategoriemietzins und frei vereinbartem Zins. In diesem Zusammenhang sprach sich Ludwig für eine bundesweite Mietrechtsnovelle aus, gerade das System der Zuschläge müsse transparenter geregelt werden. Eine Obergrenze von 30 Prozent für Zuschläge sei dabei vorstellbar.

In Wien sei der Bestand an geförderten Wohnungen im internationalen Vergleich sehr hoch und biete, so Ludwig, "einen Hebel um das Mietniveau stabil zu halten". Damit könne man nicht zuletzt auch der Wirtschaftskrise gegenübertreten - durch billigeres Wohnen wird die Kaufkraft gestärkt.

Zum Thema leerstehende Wohnungen hielt Ludwig fest, dass diese in Wien zwischen 30.000 - 35.000 liegen würden (etwa 3 Prozent des Wohnbestands). Diese Größenordnung sei durchaus "gesund" und notwendig, um eine entsprechende Mobilität zu gewährleisten.

Aktuelle Maßnahmen der Stadt

Ludwig unterstrich erneut die Maßnahmen der Wiener Wohnbaupolitik, darunter die Erhöhung der Neubauleistung geförderter Wohnungen (29.600 Einheiten von 2007-2011, 20.300 Einheiten zwischen 2011 und 2013) und das SMART-Wohnbauprogramm für Jungfamilien und Singles (2.000 Wohneinheiten bis 2014). Weiters die Wohnbauanleihe (Gesamtvolumen 200 Millionen Euro, 1.500 Wohneinheiten), die 2010 beschlossen wurde und die Wohnbauinitiative, die in Zusammenarbeit mit Bauträgern und Finanzdienstleistern ins Leben gerufen wurde. Diese garantiert Mietern, die in den ersten 10 Jahren ab Fertigstellung des Wohnhauses einziehen, günstigere Mieten auf die gesamte Vertragsdauer.

Eigentum von Preissteigerungen betroffen

Zu den aktuellen Entwicklungen im Bereich des Eigentums meinte Ludwig, es gebe derzeit einen "Run auf Wiener Zinshäuser". Immobilien würden als Wertanlage gesehen, frei nach dem Motto "Grundbuch statt Sparbuch". Die Stadt beobachte diese Entwicklungen genau, Auswirkungen auf den gesamten Wohnbereich blieben aber aus. Glück haben in diesem Zusammenhang Besitzer von Eigentumswohnungen - der Wert der Immobilie steigt. Personen die jetzt ein Miethaus erwerben, könnten aber keinen großen Gewinn erzielen: durch den teuren Erwerb und die geregelten Mieten sei dieser gering.

Jene Gruppe, die derzeit nach Eigentumswohnungen sucht, sei aber durchaus von steigenden Preisen betroffen. In den letzten 5 Jahren betrug die Steigerung der Preise, allerdings Lage-abhängig, etwa 25 Prozent. Auch hier gebe es im Gegenzug ein entsprechendes Angebot an geförderten Wohnungen oder geförderten Mietwohnungen mit Eigentumsoption.

Kasernen als Wohnpotenzial

In punkto Stadtentwicklung im innerstädtischen Bereich bekundete Ludwig starkes Interesse an Bundesheerkasernen. Nicht zuletzt deswegen hoffe er auf eine Bundesheerreform. "Mir ist jedenfalls leistbares Wohnen für junge Menschen an diesen Standorten wichtiger als 6 Monate Präsenzdienst". (Schluss) kad

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