PRO-GE fordert mehr Kontrollen der internationalen Textil-Produzenten

Verhaltenskodex zur Einhaltung von Arbeitsrechten und Sicherheitsstandards ist zu wenig, Verantwortung lässt sich nicht outsourcen

Wien (OTS/ÖGB) - Die Zustände in der internationalen Textil-/Bekleidugsproduktion sind oft katastrophal und die Meldungen über skandalöse Zustände reißen nicht ab. Zuletzt starben laut Medienberichten rund 300 Menschen bei einem Brand in einer pakistanischen Textilfabrik: Verschlossene Notausgänge, vergitterte Fenster und versperrte Treppenhäuser führten dazu, dass fast die Hälfte der 650 ArbeiterInnen starb. Das Unternehmen produzierte unter anderem Jeans für den Billig-Einzelhändler KIK. "Aufgrund von Profitgier und Schnäppchenpreisen sind in Karachi hunderte Menschen qualvoll gestorben. Den Wettlauf um die niedrigsten Mindeststandards können Gewerkschaften und KonsumentInnen nur gemeinsam stoppen", sagt Gerald Kreuzer, für die Textil-Branche zuständiger PRO-GE-Sekretär.++++

Die Textilindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftszweig für Pakistan, fast 40 Prozent aller ArbeiterInnen sind in dieser Branche beschäftigt. Nur wenige Unternehmer halten sich aber an Sicherheitsregeln oder soziale Mindeststandards. Als Hauptgrund gilt, dass es keine ausreichende Kontrollen gibt. Diese Missstände betreffen auch andere Produktionsbereiche wie Computer, Handys oder etwa Spielsachen. Bei Medienberichten über schlechte Arbeitsbedingungen oder bei Tragödien wie der Brandkatastrophe verweisen internationale Konzerne und Abnehmerketten gerne auf Vereinbarungen mit den Zulieferern zur Einhaltung von Arbeitsrechten und Sicherheitsstandards. "Das ist absolut zu wenig, denn Papier ist bekanntlich sehr geduldig. Um die Arbeitsbedingungen für alle Branchen weltweit zu verbessern, fordert die PRO-GE die Umsetzung sozialer Mindeststandards. "Ob Ruhezeiten, Mindestlöhne und Schutzbestimmungen eingehalten werden, muss durch Kontrollinstanzen regelmäßig überprüft werden. Die Zusammenarbeit der Konzerne mit lokalen Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen ist dafür unbedingt notwendig", fordert Kreuzer.

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