KFV begrüßt das Fahrrad-Paket des Verkehrsministeriums

Zusätzliche KFV-Forderung: 0,5 Promillegrenze für Radfahrer

Wien (OTS) - Das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) unterstützt den Vorschlag von Verkehrsministerin Doris Bures, das Telefonieren am Rad zu verbieten und Fahrradstraßen sowie Begegnungszonen gesetzlich zu ermöglichen. Eine Senkung der Promillegrenze auf 0,5 für Radfahrer würde das Paket noch verstärken.

Verkehrsministerin Doris Bures will die Straßenverkehrsordnung mit einem innovativen "Fahrrad-Paket" novellieren. Fahrradstraßen und Begegnungszonen sollen gesetzlich ermöglicht, die Radwegbenützungspflicht flexibilisiert und das Handy am Rad verboten werden.

KFV fordert 0,5 Promillegrenze für Radfahrer

Zusätzlich zu diesem Paket fordert das KFV die Einführung der 0,5 Promillegrenze für Radfahrer. "Ein Radfahrer ist mit Alkohol im Blut genauso reaktionsschwach, wie ein Autofahrer. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Beteiligung alkoholisierter Radfahrer an Verkehrsunfällen um fast 100% erhöht", betont Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV. "Vor allem setzt sich ein Radfahrer damit auch vollkommen ungeschützt und leichtsinnig möglichen Kollisionen mit PS-stärkeren und karosseriegeschützten Verkehrsteilnehmern aus. Für Radfahrer in Österreich gilt im Straßenverkehr nach wie vor die 0,8 Promillegrenze, im Vergleich zu 0,5 Promille bei den motorisierten Verkehrsteilnehmern", gibt Thann zu bedenken. "Daher ist es wichtig auch bei der Alkoholgrenze über eine Neuregelung nachzudenken", schließt Thann.

Das Handy lenkt ab - auch am Fahrrad

Eine Hand am Ohr, eine Hand an der Lenkstange und mit den Gedanken ganz woanders: Was schon beim Autofahren keine gute Idee ist, ist es auch beim Radfahren nicht. Das Bewusstsein richtet sich beim Telefonieren mehr auf den Gesprächsinhalt und weniger auf den Straßenverkehr. Telefonieren beim Radfahren kann mit einer Alkoholisierung von 0,8 Promille gleichgesetzt werden. Auch nach Beendigung eines Gesprächs besteht eine erhöhte Unfallgefahr (Nachwirkung des Gesprächsinhalts). Das Reaktionsvermögen auf optische und akustische Signale verschlechtert sich dadurch, und verlängert damit in der Realität den Anhalteweg in kritischen Situationen!

Begegnungszone als innovatives Verkehrskonzept

Das KFV begrüßt außerdem den Vorschlag von Verkehrsministerin Doris Bures, die Begegnungszone und die Fahrradstraße gesetzlich zu verankern. Die Begegnungszone ist eine Verkehrsfläche frei nach dem Motto "Eine für alle" und soll den verkehrsdominierten öffentlichen Raum beruhigen und wieder lebenswerter machen. In der österreichischen Variante könnte Tempo 20/30 gelten, um den Verkehr deutlich zu entschleunigen. Verkehrszeichen kommen hier lediglich am Anfang und am Ende der Zone zum Einsatz, um den Verkehrsteilnehmer über die Begrenzung der Zone zu informieren. Alle Verkehrsteilnehmer bewegen sich gleichberechtigt und sind gefordert, verstärkt aufeinander Rücksicht zu nehmen. Durch die erhöhte Aufmerksamkeit werden Unfälle, die aus Unachtsamkeit geschehen, reduziert. Das Miteinander im Straßenverkehr kann durch präzise Planung und umfassende Bewusstseinsbildung zugunsten aller Verkehrsteilnehmer positiv umgesetzt werden.

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