Abentung: E10-Aussetzung löst weder Energiefragen noch Nahrungsmittelkrise

Vorzeitiges Triumphgeheul von SPÖ und Grünen kann zum Bumerang werden

Wien (OTS) - "Mit der Aussetzung von E10 ist die Energiefrage alles andere als gelöst. Die populistisch und unsachlich geführte Debatte hat jetzt kurzzeitige Effektpolitik ohne Nachhaltigkeit ausgelöst", wundert sich Bauernbund-Direktor Johannes Abentung über das einhellige Triumphgeheul. "Wenn der nächste Ölpreisschub kommt und wir um EUR 2,- pro Liter tanken, könnte dies schnell zum Bumerang werden", gibt Abentung zu bedenken.

Die Debatte über E10 sei von Scheinheiligkeit und Scheinargumenten geprägt. Nach dem Motto "wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" wolle alle Welt günstigen Sprit tanken und jede noch so kurze Strecke mit dem Auto fahren. "Woher der Treibstoff dafür kommt, danach fragt offenbar niemand. Peak Oil ist ein Faktum, um das wir uns nicht drücken können. Die fossilen Energieträger gehen zur Neige und wir kommen um alternative Biotreibstoffe und Effizienzsteigerungen nicht herum, wenn wir auch morgen noch Motoren betreiben wollen", warnt Abentung. Experten würden bestätigen, dass Optimierungen im Energiebereich nicht ausreichen.

"Klimaverantwortung heißt also dreierlei: Einsparungen beim Verbrauch, Effizienzsteigerungen bei der Energieausbeute und alternative Energiequellen. Biotreibstoffe und Bioenergie rangieren vom Ausbaupotenzial her an oberster Stelle. Die jetzige Skandalisierung und eine rein emotionale Diskussion rund um das Thema Nahrungsmittelkonkurrenz bringt uns einer Lösung des Klimaproblems keinen einzigen Schritt näher", so der Direktor.

Bauern sind Lebensmittelproduzenten und keine Nahrungsmittelräuber

"Die heimische Landwirtschaft produziert in erster Linie Lebensmittel auf höchstem Niveau. Wenn Getreide oder Mais zu Biotreibstoffen verarbeitet werden, dann nur weil sie weder auf den Teller noch in den Trog gehören. Für Österreich gilt damit unumstößlich das Prinzip Teller vor Trog vor Tank", stellte der Bauernbund-Direktor einmal mehr klar. Wer über Biotreibstoffe ehrlich reden wolle, der sollte auch eingestehen, dass allein in Österreich 800.000 bis 1 Mio. t Getreideüberschuss produziert werden. Zudem werde derzeit die Hälfte des heimischen Bioethanols exportiert. "Österreich hat hier glücklicherweise Kapazitäten", so Abentung.

"Heimische Biotreibstoffe emittieren laut Joanneum Research um 70% weniger Treibhausgase als fossile Kraftstoffe. Daher brauchen wir eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik unter Einbeziehung der Bioenergie. Auch Brüssel wird nach einer Neubewertung zu einer gesicherten Position kommen - hoffentlich abseits populistischer Zurufe", zeigte sich Abentung davon überzeugt, dass mit der kurzzeitigen Aussetzung der Treibstoffbeimischung E10 vor allem eines passiert sei: "SPÖ und Grüne bekennen sich zur Abhängigkeit von ausländischen, fossilen Energieimporten statt auf nachhaltige, heimisch produzierte Bioenergie zu setzen." Der Bauernbund-Direktor ist sicher, dass das Thema Bioenergie und Biotreibstoffe "selbstverständlich am Tapet bleibt, weil die Menschheit neben Essen auch nach Mobilität verlangt".
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