Kapellari: Kirche soll in "prekärer Lage" Kurs der Mitte halten

Grazer Bischof eröffnet 55. Pfarrerwoche der steirischen Diözese

Graz, 18.09.12 (KAP) Die katholische Kirche befindet sich gegenwärtig in Österreich, aber auch in Deutschland "in einer unbezweifelbar prekären Lage" - eine Lage jedoch, die weder Anlass zur Verzweiflung noch zu aktionistischem Reformeifer geben sollte:
Dies unterstrich der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari am Montag in einem Vortrag zur Eröffnung der 55. Pfarrerwoche im steirischen Bildungshaus Schloss Seggauberg. Die Kirche in Österreich verfüge über "Ressourcen an Spiritualität und Theologie", aber auch über genügend motivierte Mitarbeiter, so dass sie "angesichts heutiger Herausforderungen durchaus bestehen und weitergehen" könne, "ohne Sonderwege zu verlangen und zu fördern".

Ein Blick mit Tiefenschärfe fördere "viel Erfreuliches und Gelingendes, aber auch Vieles, das traurig oder sogar zornig macht" zu Tage, und man erkenne zweifellos auch "Vieles, das nach Änderungen rufen lässt". Dennoch dürfe dies nicht einseitig in Reformforderungen münden, "die so nicht erfüllt werden können, weil es dabei um Fragen geht, die tief in die Identität unserer Weltkirche eingreifen", so Kapellari. Die Kirche "bewegt sich und wird sich immer bewegen, weil sie lebendig ist" - produktiv würden diese Veränderungen jedoch nur, "wenn wir tiefer denken und tiefer graben als dies oft der Fall ist".

Er selbst habe - obgleich als Bischof immer wieder "am Kreuzungspunkt von einander laut oder leise widersprechenden Meinungen und Erwartungen" stehend - stets für eine Stärkung der Mitte in der Kirche und eine Stärkung der Einheit von Orts- und Weltkirche plädiert. Er sei auch weiterhin "nicht bereit, einen Weg gegen Rom oder an Rom vorbei zu gehen", so Kapellari. Die Kirche werde bestehen, "wenn wir wirklich zusammenstehen und zusammenhalten".

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