Greenpeace fordert sofortigen Stopp von Atom-Plänen in Kasachstan

IAEA muss Geheimverhandlungen abbrechen: Atombrennstofflager gefährdet globale Sicherheit

Wien (OTS) - Vertreter von Greenpeace und anderen Umweltorganisationen haben heute vor der Internationalen Atomenergiebehörde gegen das geplante Atombrennstofflager in Kasachstan protestiert. Die UN-Behörde verhandelt derzeit unter Geheimhaltung über den Bau eines zentralen, von der IAEA kontrollierten Lagers, das Schwellen- und Entwicklungsländern Atombrennstoff zur Verfügung stellen soll. Diese Maßnahme soll zukünftig verhindern, dass in diesen Ländern selbst Uran angereichert wird. "Die Entscheidung für ein Atombrennstofflager und die Vorgehensweise der IAEA sind für uns in keiner Weise nachvollziehbar", so Julia Kerschbaumsteiner, Atomsprecherin bei Greenpeace. "Bereits jetzt erweist sich die Strategie der IAEA, die weltweite Anreicherung von Uran zentral zu steuern als zahnlos. Der Iran hat beispielsweise schon im Vorfeld angekündigt, seine nationalen Atom-Pläne auch dann nicht zu verwerfen, sollte das Projekt umgesetzt werden."

Die Entscheidung, das Vorhaben in Kasachstan zu realisieren, stößt bei den Vertretern der Umweltorganisationen auf Unverständnis: "Eine solche Anlage bedeutet ein unkalkulierbares Risiko in einem Land, das weder wirtschaftlich noch sicherheitspolitisch stabil genug ist, um so ein Projekt zu stemmen. Kasachstan kann auf Fragen der Sicherheit keine befriedigenden Antworten liefern", warnt Kerschbaumsteiner. "Auch die strengsten Kontrollmechanismen der IAEA können nicht dafür garantieren, was im korruptionsgeplagten Kasachstan mit dem angereicherten Brennstoff geschieht. Bereits fünf bis zehn Kilogramm Plutonium reichen aus, um eine Atombombe zu bauen."

Die Europäische Union hat bereits 25 Millionen Euro für die Finanzierung des 116 Millionen-Euro-Projekts zugesagt. "Diese Finanzierung ist ein Beweis dafür, dass die EU schmutzige Atomprojekte ins ferne Kasachstan auslagern will, um sich selbst reinzuwaschen. Wir fordern das Außenministerium als österreichische Vertretung in der UNO auf, sich öffentlich gegen das Atombrennstofflager in Kasachstan einzusetzen", so Kerschbaumsteiner.

Gemeinsam mit anderen Umweltorganisationen fordert Greenpeace den sofortigen Stopp der Geheimverhandlungen und setzt sich für eine Reform der IAEA ein.

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