Metall-Branche: Gewinne steigen weiter

Tumpel: Beschäftigte müssen ihren gerechten Anteil bekommen - das stärkt auch die Gesamtwirtschaft

Wien (OTS/AK) - Fast 2,2 Milliarden Euro Gewinn! Von einer Krise in der österreichischen Metallindustrie kann keine Rede sein. Im Gegenteil: Die bereits im Jahr 2010 guten Gewinne konnten 2011 noch um 7,2 Prozent gesteigert werden, zeigt eine aktuelle Analyse der Arbeiterkammer zur Lage in 149 Unternehmen der Metallindustrie. "Dahinter steckt der Einsatz der Beschäftigten", sagt AK Präsident Herbert Tumpel, "sie müssen auch heuer ihren gerechten Anteil am Erfolg der Unternehmen bekommen." Freilich lassen die Unternehmen lieber die Aktionäre abkassieren statt zu investieren. "Das ist weder gerecht noch klug", kritisiert Tumpel. Gerade in Zeiten einer unsicheren Lage auf den Weltmärkten schaffen höhere Investitionen und Löhne Nachfrage und Beschäftigung, von denen die Gesamtwirtschaft profitiert.

Noch stärker als der Gewinn allgemein (der so genannte Jahresüberschuss) stieg in den untersuchten Unternehmen der ordentliche Betriebserfolg, also der Gewinn aus dem Kerngeschäft, konkret um 14,2 Prozent. Damit stehen die Unternehmen gut da, so die AK ExpertInnen. Schließlich blieb im Jahr 2011 auch der Anteil des ordentlichen Betriebserfolgs am Umsatz (die ordentliche EBIT-Quote) mit 5,3 Prozent auf dem guten Niveau des Vorjahres.

Auch 2012 entwickelt sich die Metallindustrie gut. Das zeigen bereits vorliegende Quartals- oder Halbjahresberichte einiger großer börsennotierter Unternehmen. Sie berichten nach wie vor von Umsatzsteigerungen, einer guten Auftragslage und weiteren Ergebnissteigerungen - zumindest aber davon, dass sie das hohe Vorjahresniveau halten.

"Hinter diesen Zahlen steht die Leistung der Beschäftigten", sagt Tumpel. Das zeigen die Leistungskennzahlen für 2011. Die Betriebsleistung pro Beschäftigtem stieg seit 2009 um 38 Prozent und die Produktivität (gemessen an der Wertschöpfung pro Beschäftigtem) um 24 Prozent. Tumpel: "Diese Leistungssteigerung kann und sollte auch an die Beschäftigten weitergegeben werden."

Noch freilich werden die Aktionäre bevorzugt: Die Ausschüttungen werden 2012 wieder 1,8 Milliarden Euro erreichen - ein Gewinnanteil von fast 76 Prozent für die Aktionäre! "Alles dreht sich nur noch um den Gewinn für die Eigentümer", kritisiert Tumpel."

Stattdessen wäre es gerecht und auch klug, mit höheren Löhnen und Investitionen Nachfrage und Beschäftigung zu schaffen. Die relativ stabile Konjunkturentwicklung sollte gestützt werden - immerhin stieg der Warenexport seit 2000 um 60 Prozent, die Konsumnachfrage nur um 15 Prozent. Die Exportgewinne sollten nicht einfach nur für Ausschüttungen verwendet, sondern gesamtwirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden.

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