GLOBAL 2000 zu E10: Energien in Richtung sinnvolle Verkehrspolitik umleiten

Stopp von E10 absolut richtige Entscheidung. Derzeitige Biosprit-Politik kein Klimaschutz.

Wien (OTS) - Für die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat Umweltminister Berlakovich nach den Diskussionen in den letzten Wochen die einzig richtige Entscheidung getroffen, E10 jetzt nicht einzuführen. GLOBAL 2000 fordert eine Trendwende: "Die starren Beimischungsquoten haben mehr Schaden angerichtet, als Nutzen gebracht. Statt immer mehr Biosprit beizumengen, sollen die Fahrzeughersteller verpflichtet werden, sparsamere Modelle auf den Markt zu bringen", sagt Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

Würde die EU-Politik, zehn Prozent der Treibstoffe auf Biospritbasis beizumengen, umgesetzt, würden die Treibhausgasemissionen einer Studie des Institute for European Environmental Policy (IEEP) zufolge um 81 bis 167 Prozent höher ausfallen, als wenn herkömmlicher Benzin getankt würde. "Diesen Studien zufolge ist es aus Klimaschutzsicht besser, herkömmliches Benzin zu tanken als Biosprit", sagt Wahlmüller. "Die derzeitige Biosprit-Politik ist für den Klimaschutz kontraproduktiv."

Mehrere Berichte zeigten die schädlichen Wirkungen des "Biospritbooms", so ist es längst an der Zeit, dass auch der österreichische Umweltminister von der anfänglichen Euphorie Abstand nimmt. Die Reaktion der EU-Kommission kommt deshalb zum richtigen Zeitpunkt, allerdings ist vorgesehen, dass im Jahr 2020 immer noch fünf Prozent Biospritanteil auf Basis von Nahrungsmittelpflanzen erlaubt ist. Für Österreich, das laut Umweltbundesamt seine Quote mit einer Beimengung von 6,75 % (2011) statt der rechtlich vorgeschriebenen 5,75 % sogar übererfüllt, würde das aber sogar eine Senkung bedeuten. "Ursprünglich wollte man mit den Beimengungsquoten Klimaschutz voranbringen, jetzt sieht man aber, dass das ein Schuss ist, der nach hinten losgeht. Das sollte als Anlass genommen werden, das starre System von Beimengungsquoten abzuschaffen und nachhaltige Wege einzuschlagen. In Österreich müsste man sogar über eine Senkung der Quote reden und nicht über eine Einführung von E10 zu einem späteren Zeitpunkt", betont Wahlmüller abschließend.

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