Karlheinz Töchterle: Demografie hat sich zu Stärkefeld der heimischen Wissenschaft entwickelt

Wissenschafts- und Forschungsminister eröffnet UNECE-Konferenz in Wien

Wien (OTS) - "Das Altern beschäftigt Wissenschaft und Forschung in vielen Feldern und hat eine starke interdisziplinäre Komponente. Der demografische Wandel stellt uns weltweit vor große Herausforderung -und wird in Österreich von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf allerhöchstem Niveau erforscht", betonte Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle anlässlich der Minister/innenkonferenz zum Thema Altern ("United Nations Economic Commission for Europe", UNECE), die er heute Vormittag gemeinsam mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer eröffnete. "Wir haben eine Fülle exzellenter Forschung aufzuweisen, so hat sich etwa die Demografie zu einem Stärkefeld in der heimischen Wissenschafts- und Forschungslandschaft entwickelt", verwies der Minister u.a. auf die weltweit anerkannte Forschung von Dr. Wolfgang Lutz, Wittgenstein-Preisträger 2011.

Entscheidend für den Umgang und die Bewältigung der globalen Herausforderungen im Zusammenhang mit demografischen Entwicklungen werde das Zusammenwirken der zentralen gesellschaftlichen Institutionen in den Bereichen Bildung und Forschung, Erwerbsarbeit, Gesundheit, Familie und soziale Sicherheit sein, so Töchterle. In der FTI-Strategie der Bundesregierung, die im März 2011 beschlossen wurde, zählt die Sicherung der Lebensqualität angesichts des demografischen Wandels zu einer der thematischen Schwerpunktsetzungen, unterstrich der Minister. Diese Schwerpunktsetzung wird konkret anhand der folgenden Beispiele:

  • Forschungsarbeiten in dem von Wittgenstein-Preisträger Wolfgang Lutz gegründeten und vom BMWF unterstützten interinstitutionellen Netzwerk "Wittgenstein Centre für Demography and Global Human Capital" an der Wirtschaftsuniversität Wien, an dem sich auch das Institut für Demografie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und das International Institute for Applied System Analysis beteiligen.
  • Die österreichische Geriatrieforschung, Gesundheitsforschung und medizinische/biomedizinische Forschung ist sehr stark von den bestehenden Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen geprägt. Darunter fallen insbesondere die drei öffentlichen Medizinischen Universitäten, das jüngst in die Universität Innsbruck integrierte Institut für Biomedizinische Alternsforschung, die Life Sciences Forschungseinrichtungen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Institut für Molekulare Biotechnologie - IMBA; Forschungszentrum für Molekulare Medizin -CeMM), sowie die auf medizinische Forschung ausgerichteten Ludwig Boltzmann Institute.

Darüber hinaus engagiert sich das BMWF im Bereich der Alternsforschung sehr stark auf internationaler Ebene, etwa im Rahmen der Teilnahme an internationalen Forschungsinfrastrukturprojekten und Initiativen zur Forschungskoordination auf europäischer Ebene:

  • Österreich gehört zu einem der Gründungsmitglieder des "Survey on Health, Ageing and Retirement in Europe" (SHARE), dass in Österreich von der Johannes Kepler Universität Linz koordiniert wird. SHARE ermöglicht, unterschiedliche Sozialsysteme in derzeit 20 europäischen Ländern zu vergleichen. Die Daten dieser einzigartigen Datenbasis stehen allen Wissenschaftler/innen weltweit kostenlos zur Verfügung.
  • Darüber hinaus unterstützt das BMWF drei internationale Forschungsinitiativen, die das Thema Altern adressieren. Diese sogenannten Joint Programming Initiatives (JPIs) folgen einem neuem Konzept der länderübergreifenden Forschungszusammenarbeit, um mit gemeinsamen Maßnahmen von verschiedenen EU-Staaten und der Europäischen Kommission Forschung zur Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu finanzieren. Insbesondere das JPI "More Years, Better Lives" widmet sich in einer ganzheitlichen Art und Weise dem demografischen Wandel.

Die Konferenz zum Thema Altern findet auf Initiative der österreichischen Regierung und unter Federführung des Sozialministeriums von heute bis zum 20. September 2012 in Wien statt. Anlass ist das zehnjährige Jubiläum des "Madrid International Plan of Action on Ageing" (MIPAA), der 2002 in Madrid verabschiedet wurde. Ziel des Internationalen Aktionsplans zum Altern ist es, Maßnahmen zur Bewältigung der Auswirkungen des demografischen Wandels zu erarbeiten. Im Kontext der Konferenz findet heute auch ein internationales "Forum of Researchers and Practitioners" statt, um Forscher/innen und NGO-Vertreter/innen im Bereich der Alterungsforschung eine Gelegenheit zum Austausch und für die Erarbeitung einer gemeinsamen Stellungnahme an die Minister/innen zu geben.

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