Jugendschutz ist Jugend-Recht und Erwachsenen-Pflicht - Jugendliche bei Kontrollen beteiligen

LA Müllner: "Beim Jugendschutz die Erwachsenen-Pflichten stärker einfordern - und kontrollieren!"

Linz (OTS) - Am Freitag haben sich die sozialdemokratischen Jugendorganisationen auf Einladung der Jugendsprecherin der SPÖ im Landtag, LA Petra Müllner, intensiv mit dem Entwurf für ein neues Oö. Jugendschutzgesetz auseinandergesetzt. Tenor dieses Runden Tisches:
Der Schutz der Jugendlichen muss der Gesellschaft ein wichtiges Anliegen sein, ist aber in erster Linie eine Pflicht der Erwachsenen. "Darum wollen wir auch, dass diese Pflicht stärker eingefordert wird!" so die Jugendsprecherin der SPÖ. "Und wir fordern, dass in entscheidenden Bereichen des Gesetzes Jugendliche an den Kontrollen -durch Testkäufe - beteiligt werden!"

Die Jugendorganisationen waren sich darin einig, dass Jugendschutz eine wichtige Angelegenheit ist. Zugleich warnen sie aber auch vor überbordenden Regelungen und beklagen zudem, dass durch die aktuelle Diskussion ein völlig falsches Bild von Jugendlichen in der Öffentlichkeit vermittelt wird. "Im Gesetz stehen viele wichtige Dinge, die auch wir für den Schutz der Jugendlichen vor negativen gesellschaftlichen Entwicklungen - etwa die Enttabuisierung von Gewalt - für notwendig erachten!" erläutert Müllner. "Die Art und Weise, wie darüber immer meist nur im Zusammenhang mit Jugendschutz diskutiert wird, hinterlässt aber immer den Eindruck, als ob diese Dinge nur und überwiegend Probleme der Jugendlichen wären!"

Gerade am Beispiel Alkohol zeigt sich etwa, dass eine differenziertere Herangehensweise notwendig wäre. "Mich stört, wenn sofort von den komatrinkenden Jugendlichen die Rede ist, wenn von Tausenden 16- bis 18-jährigen, die am Wochenende in Oberösterreich unterwegs sind und in der Regel im erlaubten Maße Alkohol konsumieren, einige Wenige zuviel erwischen - ohne das Verhalten dieser Wenigen entschuldigen zu wollen!" so die Abgeordnete Müllner. "Mich stört aber noch viel mehr, wenn ich ständig mitbekomme, dass 13- und 14-Jährige ohne Probleme Alkohol erwerben können, und die verantwortlichen Erwachsenen ungestraft, ja völlig unbehelligt davonkommen!" Darum wird sich die Jugendsprecherin im Auftrag der Jugendorganisationen dafür stark machen, dass noch stärker auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes durch Erwachsene gepocht wird. "Und wir fordern, dass im Gesetz verankert wird, dass die Kontrolle der Erwachsenen unter Beteiligung von Jugendlichen - in Form von Testkäufen im Auftrag der Bezirksverwaltungsbehörden und in Zusammenarbeit mit beispielsweise dem Konsumentenschutz - erfolgen soll!" so Müllner. "Das würde eine stärkere Bewusstseinsbildung auf beiden Seiten zur Folge haben, dass das Jugendschutzgesetz zum alleinigen Schutz der Jugendlichen da ist, aber nicht zu deren alleiniger Kontrolle und Bestrafung!"

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Mag. Andreas Ortner
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