AK: Kinder sollen schon im Kindergarten Deutsch lernen

Crashkurse für MigrantInnenkinder sind keine Lösung

Wien (OTS) - "Im besten Fall sollen Kinder schon gut Deutsch sprechen, wenn sie in die Schule kommen", sagt Gabriele Schmid, Leiterin der Arbeiterkammer Wien (AK) Abteilung Bildungspolitik. "Wichtig ist dafür, dass schon im Kindergarten genug Geld und geschultes Personal zur Verfügung stehen, damit Kinder im Alltag spielerisch Deutsch lernen", so Schmid. Mehrmonatige Crashkurse seien zu wenig, und zu spät.

"Kinder lernen ganz anders als Erwachsene: integriert, spielerisch. Es bringt nichts, MigrantInnenkindern unter sich durch Frontalunterricht Deutsch zu vermitteln. Stattdessen brauchen sie gleichaltrige Kinder mit Deutsch als Muttersprache, um von ihnen zu lernen", so Schmid. Gesonderte MigrantInnenklassen sind aus pädagogischer Sicht nicht sprachförderlich und würden die Integration der SchülerInnen mit Migrationshintergrund in die Schulgemeinschaft verhindern. Die Arbeiterkammer fordert zur Unterstützung der KindergartenpädagogInnen und LehrerInnen mehr geschultes Personal und BegleitlehrerInnen.

"Man könnte auch ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr andenken", so Schmid. Eine Studie des BIFIE (Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens) zum Thema "frühkindliche Sprachenförderung" stellt fest, dass der Bedarf der Sprachförderung mit der Dauer des Kindergartenbesuches abnimmt.

Mittelfristig muss auch eine Ausweitung des gebührenfreien Zugangs zu Kinderbildungseinrichtungen (Kinderkrippen, Kindergärten) in allen Bundesländern geschaffen werden.

Die AK fordert außerdem:
+ Bessere Begleitung der Kinder (bzw. zumindest einzelner Kinder) beim Wechsel
vom Kindergarten in die Schule, damit LehrerInnen den Sprachstand des Kindes kennen und Maßnahmen schnüren können.
+ Ausbau von Angeboten einer qualitativ hochwertigen und pädagogisch strukturierten Ganztagsbetreuung und von Ganztagsschulen mit gezielten Förderprogrammen außerhalb der Unterrichtszeiten.
+ Erhöhung des Lehrpersonals, vor allem in Klassen mit mehr als 50 Prozent Kinder mit verbesserungswürdigen Deutschkenntnissen.

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