VIRUS: Notbremse bei S1-Lobauautobahn statt Speckgürtel-Super-GAU!

Wiener Ziel "kompakte Stadtentwicklung" endlich ernst nehmen!

Wien (OTS) - Anläßlich der heutigen Präsentation einer TU-Studie über Autobahnbau, und Speckgürtelentwicklung in Stadtrand ermahnt die Umweltorganisation VIRUS die Stadt Wien, ihre eigenen Ziele und Vorarbeiten endlich ernst zu nehmen. Sprecher Wolfgang Rehm: "Der SUPer NOW-Prozess hat Szenarien der Entwicklung im Nordosten von Wien deutlich aufgezeigt. Wird bei der Lobauautobahn nicht bald die Notbremse gezogen, heißt es in der Raumplanung dann Super GAU statt SUPer NOW."

Den Hintergrund dieser Aussage bildet die sogenannte Strategische Prüfung für den Nordosten von Wien. Unter dem Kürzel SUPer NOW hatte die Stadt Wien in Kooperation mit Niederösterreich mit viel Aufwand und einem Beteiligungsprozess die räumliche und verkehrliche Entwicklung des Nordostens von Wien untersuchen lassen. "Dieser Riesenaufwand ist allerdings verschwendet, wenn man sich um die Ergebnisse dann nicht kümmern will", kritisiert Rehm. Szenario 2 war jener Planfall mit den bei weitem ungünstigsten Raum und Umweltauswirkungen. Dennoch habe man es zugelassen, dass sich niederösterreichische Hegemonialinteressen durchsetzen und die ASFINAG ein Autobahnvorhaben an den Landesgrenzen, die "Außenvariante" zum Einreichprojekt der sogenannten Lobauautobahn weiterentwickelt hat. "So ist aber das Ziel einer kompakten Stadtentwicklung nicht erreichbar, sondern wie in der der SUPer NOW ebenso wie in der aktuell von der Plattform "Zukunft statt Autobahn" präsentierten Studie eindruckvoll dargestellt ein ausuferndes Chaos forcierter Speckgürtelentwicklung die Folge", mahnt Rehm. Es handle sich bei den in den Stadtentwicklungsplänen verankerten Zielen jedoch um keine abstrakten Planungsprinzipien, mit deren Konterkarierung seien vielmehr handfeste Nachteile verbunden, die von Flächenfraß, höheren Aufschließungskosten, steigender Verkehrsbelastung, schlechterem Modal-Split, höherem Energieaufwand bis zu stärkeren Belastungen für Umwelt und Klima reichen. "Leider sind die Bekenntnisse zur kompakten Stadtenwticklung nur heiße Luft. Immer wenn es dann darauf ankommt ziehen die Stadtverantwortlichen den Schwanz ein, das haben wir bei der Sabotage des gemeinsamen Runden Tisches Lobau ebenso gesehen wie beim Einkaufszentrum Gerasdorf," bedauert Rehm. VIRUS appelliert an die Stadt Wien, ein Abdriften in den worst-case-Fall nicht mehr läger zu dulden, der Lobauautobahn eine Absage zu erteilen und eigene Untersuchungen bzw. Monitoringmaßnahmen einzuleiten. Es brauche ein unabhängiges Bild der zu erwartenden Verkehrsentwicklung und die Berücksichtigung von Veränderungen, die seit der SUPer NOW eingetreten sind. "Hier wurde mit der Anbindung der A4 an die A22 eine potenziell die Donaustadt entlastende Innenverbindung gestrichen, die Situation könnte also noch schlimmer werden als vorhergesehen. Wien darf dem Schließen des Niederösterreichischen Belagerungsrings nicht länger tatenlos zusehen," mahnt Rehm abschließend.

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Wolfgang Rehm
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