• 12.09.2012, 09:10:19
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So rechts wie noch nie: FPÖ-Führung nicht mehr repräsentativ für freiheitliche Wählerschaft

Buch deckt Ausmaß der FPÖ-Unterwanderung durch rechtsextreme Verbindungen auf

Utl.: Buch deckt Ausmaß der FPÖ-Unterwanderung durch rechtsextreme
Verbindungen auf=

Wien (OTS) - Es ist hochbrisanter politischer Sprengstoff, den das
neue Buch des Enthüllungsautors Hans-Henning Scharsach in sich birgt.
Scharsach zeigt, wie eine rechtspopulistische Millionenpartei von
einer Hundertschaft an rechtsextremen Ideologen gekapert und zu deren
politischer Spielwiese gemacht wurde. Angesichts des von Scharsach
akribisch dokumentierten braunen Sumpfes rund um FPÖ-Obmann Strache,
widerspricht SOS Mitmensch den beschönigenden Aussagen des
FPÖ-Europaabgeordneten Andreas Mölzer: Straches Rückgriffe auf
antisemitisches und neonazistisches Material sind keineswegs Zufälle.
Die Menschenrechtsorganisation warnt vor einer Verharmlosung
demokratiefeindlicher Tendenzen in Teilen der FPÖ.

In seinem neuen Buch "Strache im braunen Sumpf" trägt Hans-Henning
Scharsach Stück für Stück das Puzzle rund um die markanten
Veränderungen in der FPÖ zusammen. Ausgehend von der Wiener FPÖ haben
rechtsextrem durchsetzte Verbindungen das Ruder in der Partei
übernommen. Inzwischen sind die Hälfte der Wiener
FPÖ-Landtagsabgeordneten und ein Drittel der FPÖ-Parlamentssitze
burschenschaftlich besetzt, rechnet Scharsach vor (S. 53/54). Mit
einer Vielzahl an Beispielen bringt der Autor Licht in die Abgründe
einer rechten Parallelgesellschaft, die immer wieder die Grenze zur
Wiederbetätigung auslotet. Besonders erschütternd ist das Beispiel
der Burschenschaft Olympia, die Holocaust-Leugner nach Österreich
eingeladen hat, die gegen das Verbotsgesetz angekämpft hat und deren
Mitglied Martin Graf es zum FPÖ-Nationalratspräsident gebracht hat
(ab S. 91).

"Die Unterwanderung der FPÖ durch rechtsextreme Verbindungen hat
fast schon groteske Ausmaße erreicht. Plötzlich wird klar, warum
sogar einem ausgewiesenen Rechtspopulisten wie Jörg Haider der
burschenschaftliche Spuk zu unheimlich wurde und er die Partei
verließ. Scharsachs Buch zeigt, dass Straches Rückgriffe auf
antisemitisches und neonazistisches Material keine Zufälle sind,
sondern dass die ideologisch einschlägige FPÖ-Führung schlicht mit
dem Kreide schlucken nicht mehr hinterher kommt. Vom Gros ihrer
Wählerschaft hat sich die Burschenschafter-FPÖ inzwischen meilenweit
entfernt", weist Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch, auf
die demokratiepolitisch bedenkliche Entwicklung der Partei hin, die
nun auch zum Parteiaustritt des Bürgermeisters von Vandans, Burkhard
Wachter, geführt hat.

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