ORF III startet Themenschwerpunkt "Flucht und Emigration" und erinnert an "Verdrängte Jahre" der ÖBB sowie an Big P

Am 8. und 9. September im Kultur- und Informations-Spartenkanal des ORF

Wien (OTS) - "Land der Berge" beschreibt am Samstag, dem 8. September 2012, die Emotionen eines Alpinisten, der nur knapp dem Tod in einer Gletscherspalte entging. Danach startet ORF III Kultur und Information seinen "zeit.geschichte"-Themenschwerpunkt "Flucht und Emigration", der den Fokus auf vertriebene Österreicher setzt:
Emigranten erzählen von ihrem Überlebenskampf, und Archivaufnahmen zeigen das Schicksal österreichisch-jüdischer Flüchtlinge in Kolumbien. Im Anschluss steht die Geschichte der Österreichischen Bundesbahnen zwischen 1938 und 1945 im Mittelpunkt: Ehemalige Eisenbahner sprechen mit ÖBB-Lehrlingen über ihren damaligen Berufsalltag. Am Sonntag, dem 9. September, zeigt ORF III anlässlich des fünften Todestages von Luciano Pavarotti den Startenor als Nemorino in "Der Liebestrank" sowie bei einem seiner größten Auftritte im New Yorker Central Park.

Samstag, 8. September

Unser Österreich: "Land der Berge: Eiseskälte" (19.30 Uhr)

Sonne, Eis und Einsamkeit: Der Gang über einen Gletscher mag beeindruckend sein, dennoch lauern hinter dem außergewöhnlichen Erlebnis oft tödliche Gefahren. Diese Tatsache musste auch jener deutsche Bergsteiger am eigenen Leib erfahren, der im August dieses Jahres in eine Gletscherspalte in Tirol stürzte und nur mit einer Tafel Schokolade und einer Riesenportion Glück fast eine Woche überlebte. Ähnliches Glück hatte ein amerikanischer Alpinist im Jahr 1985 am Dachstein-Gletscher: Kenneth Thomas Cichowicz lag nach einem Sturz mit Bein-, Arm- und Rippenbrüchen 19 Tage in einer Randspalte des Hallstätter Gletschers. In letzter Sekunde wurde er von einem Hubschrauber gerettet und ging als "Wunder vom Dachstein" in die Geschichte ein. Zwei Jahre nach diesem dramatischen Ereignis rekonstruierte "Land der Berge" mit Cichowicz, seiner Frau, seinem Sohn und allen an der Rettung beteiligten Personen die Geschehnisse dieser Tage. Mit "Eiseskälte" zeigt ORF III Kultur und Information die emotionsgeladene Dokumentation eines Mannes, der den Tod vor Augen hatte und in seiner Verzweiflung Abschiedsworte an seinen Sohn und seine Frau verfasste.

zeit.geschichte: "Flucht ins Ungewisse" (20.15 Uhr)

Über Nacht waren sie vogelfrei, befanden sich in Lebensgefahr und wurden ihres Vermögens beraubt. 130.000 jüdischen Bürgern und politischen Gegnern gelang nach dem "Anschluss" die Flucht, nur deshalb überlebten sie Terror und Verfolgung. Der Rassenwahn zerriss viele Familien. Während die einen nach Südafrika, Venezuela, Amerika und Israel flüchteten, hofften Verwandte auf Beruhigung der Lage und fielen dem Holocaust zum Opfer. Jene, die sich ins Ausland retten konnten, flüchteten ins Ungewisse. Dort, wo sie letztlich strandeten, präsentierte sich selten gelobtes Land. Der Aufbau einer neuen Existenz gelang nur durch enorme Anstrengung, Entbehrung und Improvisationstalent. Für einen Großteil blieb Entwurzelung, Heimat-und Kulturverlust ein lebenslanges Trauma. Doris Ehrenstein, Harry Weil, Liselotte Laub und Erich Sensel: vier Menschen, vier Kontinente, vier Lebensgeschichten. Mit "Flucht ins Ungewisse" zeigt ORF III den gefährlichen, schwierigen und abenteuerlichen Kampf vertriebener Österreicher.

zeit.geschichte: "526 - österreichisch-jüdische Flüchtlinge in Kolumbien" (21.10 Uhr)

In den Jahren 1934 bis 1942 emigrierten 526 Österreicher nach Kolumbien. Bereits zu Beginn der 1930er Jahre galt dieses Land als Zufluchtsort für Flüchtlinge des österreichischen Bürgerkrieges. Die meisten von ihnen erreichten Kolumbien über die Hafenstadt Barranquilla, wo sie eine neue Heimat fanden, Betriebe gründeten und sich eine neue Existenz aufbauten. Anhand von Archivaufnahmen und aktueller Interviews erzählt der Film von den persönlichen Schicksalen der österreichisch-jüdischen Auswanderer.

zeit.geschichte: "Verdrängte Jahre - Bahn und Nationalsozialismus in Österreich 1938-1945" (22.05 Uhr)

Sieben ÖBB-Lehrlinge machen "zeit.geschichte": Mit viel Engagement und großem Interesse folgten sie den Spuren ihres Unternehmens in die Vergangenheit und befragten ehemalige Eisenbahner zu ihren Erfahrungen während der NS-Zeit. Eine spannende Dokumentation über die Geschichte der Österreichischen Bundesbahnen zwischen 1938 und 1945 ist das Ergebnis. Ein Film über den Berufsalltag und die Rolle der österreichischen Eisenbahner, die Widerstand geleistet haben und dafür nicht selten mit dem Tod bezahlen mussten. Im Fokus stehen ebenso die Organisation der Todeszüge sowie die Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs während des Weltkrieges.
Unter Traude Kogojs und Marcus Marschaleks Regie entstand ein außergewöhnliches Zeitdokument mit ÖBB-Pensionisten und Opfern des NS-Regimes, die als Augenzeugen vor die Kamera traten, sowie Personen der zweiten und dritten Generation, die ihre privaten Archive öffneten und Dokumente zur Verfügung stellten. ORF III zeigt eine Erinnerungsarbeit der Sonderklasse.

Sonntag, 9. September

Erlebnis.Bühne mit Barbara Rett: "Das Spiel kann beginnen: Getränke" (19.30 Uhr)

Den Sonntagvorabend startet ORF III Kultur und Information mit Publikumsliebling und Bühnengröße Otto Schenk: Er begleitet die Zuseher mit seiner unverkennbaren Note durch die Welt der Oper.

Erlebnis.Bühne mit Barbara Rett: "Der Liebestrank" (20.15 Uhr)

Anlässlich des fünften Todestages von Luciano Pavarotti am 6. September dieses Jahres präsentiert ORF-III-Kulturlady Barbara Rett den italienischen Tenor und einst medialen Superstar in der Rolle des Nemorino in Gaetano Donizettis Oper "Der Liebestrank". Zwei Männer werben um eine Frau. Ob der schüchterne Nemorino oder der selbstsichere Belcore das Rennen macht und warum ein Liebestrank beinahe alles durcheinanderbringt, verraten Luciano Pavarotti, Kathleen Battle, Juan Pons, Enzo Dara und Korliss Uecker auf der Bühne der Metropolitan Opera in New York unter dem Dirigat von James Levine.

Erlebnis.Bühne mit Barbara Rett: "Luciano Pavarotti im Central Park" (22.15 Uhr)

Als am 26. Juni 1993 mehr als 500.000 Menschen in den New Yorker Central Park pilgerten, wollten sie nur eines hören: die Stimme des größten Tenors des 20. Jahrhunderts. ORF III Kultur und Information zeigt Luciano Pavarotti bei einem seiner wichtigsten Auftritte. New York feierte einen Weltstar.

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