AKNÖ: Löhne halten nicht mit den Gewinnen Schritt

13.000 Euro Verlust für Beschäftigte

Wien (OTS) - Mehr als 13.000 Euro hätten die Arbeitnehmerinnen in den letzten 10 Jahren durchschnittlich mehr verdienen müssen. Wenn die Lohnquote nicht gegenüber den Gewinnen das Nachsehen gehabt hätte. Denn die ArbeitnehmerInnen bekommen immer weniger vom ganzen Kuchen ab. AKNÖ-Präsident Hermann Haneder: "Die Einkommen müssen sich viel stärker nach dem Produktivitätszuwachs richten."

UnternehmerInnen profitieren viel mehr von den Gewinnen ihrer Firmen als die ArbeitnehmerInnen. 2001 gingen 69,5 Prozent vom Gewinn in Löhne, 2011 betrug die Lohnquote 67 Prozent. 2007 lag sie gar bei nur 64,6 Prozent. Nur in den gewinnarmen Krisenjahren 2008 und 2009 stieg sie kurzfristig. "Wäre die Quote beim Wert des Jahres 2001 geblieben, hätten die ArbeitnehmerInnen von 2002 bis 2011 um 46,6 Milliarden Euro mehr an Lohneinkommen erzielt. Das bedeutet: Jede und jeder der gut 3,5 Millionen ArbeitnehmerInnen hätte durchschnittlich mehr als 13.000 Euro zusätzlich im Börsel gehabt. So aber ist dieses Geld in Gewinne, Dividenden und sonstige Besitzeinkommen geflossen", erläutert AKNÖ-Wirtschaftsexperte Jürgen Figerl. Auch als ÖGB-NÖ-Vorsitzender fordert Hermann Haneder eine stärkere Orientierung der Reallöhne am Produktivitätszuwachs. "Nur so ist eine gerechtere Aufteilung zwischen UnternehmerInnen, KapitaleignerInnen und ArbeitnehmerInnen zu erreichen", sagt Haneder.

Wirtschaft gewinnt 16,6 Prozent dazu, Beschäftigte nur 1,7 Prozent Neben dem sinkenden Anteil der Beschäftigten an der Wertschöpfung kritisiert die AKNÖ auch eine zunehmende Ungleichverteilung. Denn die regelmäßig durchgeführte Einkommensanalyse ergibt: "Das Nettorealeinkommen ist in Niederösterreich zwischen 2000 und 2010 nur um 1,7 Prozent gestiegen. Im Vergleich dazu ist die österreichische Wirtschaft in diesem Zeitraum um 16,6 Prozent gewachsen", rechnet der AKNÖ-Wirtschaftsexperte vor.

Niedrige Einkommen verlieren, hohe Einkommen gewinnen Wenn man die NiederösterreicherInnen nach der Einkommenshöhe in zehn gleich große Gruppen einteilt, dann zeigen die Zahlen für die Jahre von 2005 bis 2010 eine ungleiche Einkommensentwicklung. In der niedrigsten Einkommensgruppe gab es einen leichten Zuwachs von 1,1 Prozent. Im zweiten Zehntel der Einkommensverteilung stagnierte das Einkommen, im dritten Zehntel fiel es sogar leicht um 0,4 Prozent. In allen anderen Gruppen nahmen mit zunehmender Einkommenshöhe auch die realen Einkommensgewinne stärker zu. Im obersten Einkommensbereich war ein realer Einkommenszuwachs von 3,4 Prozent zu verzeichnen. "Der Unterschied zwischen niedrigen und hohen Einkommen wird immer größer", sagt Jürgen Figerl. AKNÖ-Präsident Haneder fordert: "Wir benötigen dringend höhere Mindestlöhne, um die betroffenen Menschen aus der Armutsfalle zu befreien und ihnen einen gerechteren Anteil am Kuchen zu verschaffen."

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AKNÖ, Wirtschaftspolitische Abteilung
Dr. Jürgen Figerl, Telefon: 01 58883 1638
E-Mail: juergen.figerl@aknoe.at

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