GPA-djp-Fetik: Vorzeitige Angleichung des Frauenpensionsalters wäre völlig kontraproduktiv

ÖAAB-Wöginger soll sich für Lösungen stark machen, von denen ArbeitnehmerInnen profitieren

Wien (OTS/ÖGB) - "Der Elan, mit dem Kollege Wöginger seine Vorhaben in der neuen Funktion verkündet, ist prinzipiell begrüßenswert. Als ÖAAB-Generalsekretär sollte er aber schon auch eine Ahnung davon haben, welche Konsequenzen seine Forderungen haben", kommentiert die Frauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Ilse Fetik, den Vorstoß August Wögingers in der heutigen Ausgabe der "Presse", das Frauenpensionsalter vorzeitig anzuheben.++++

"Die Regelung, das Pensionsalter erst ab dem Jahr 2024 anzugleichen, ist eine Maßnahme, um die Ungerechtigkeiten zwischen Frauen und Männern wenigstens bei der Pension auszugleichen, die vorzeitige Angleichung wäre völlig kontraproduktiv. Außerdem müssen sich Frauen auf diese Regelung verlassen können! So lange sie nicht gleich viel verdienen wie Männer und die Einkommensschere sich im Schneckentempo schließt, so lange sollten wir auch nicht über Verschlechterungen für Frauen in der Pension reden."

Fakt ist, dass rund ein Drittel aller Frauen aus der Arbeitslosigkeit in die Pension geht und dass es für Frauen über 50 immer schwieriger wird, Arbeit zu finden, so Fetik weiter: "Das ist der Hebel, an dem verantwortungsvolle Politik ansetzen muss: es braucht Reformen, um mehr Chancen für Ältere in der Arbeitswelt zu schaffen, für Frauen genauso wie für Männer." Diejenigen, die am lautesten nach einer Angleichung des Frauenpensionsalters schreien, sollten viel lieber darüber nachdenken, was sie selbst dazu beitragen könnten, um das faktische Pensionsalter anzugleichen, so Fetik abschließend:
"Wöginger sollte sich für betriebliche Gesundheitsprogramme und für mehr altersgerechte Arbeitsplätze stark machen. Lösungen und Vorschläge, von denen nicht nur Frauen, sondern alle ArbeitnehmerInnen profitieren, das wären auch die wahren Herausforderungen für einen ÖAAB-Generalsekretär, der zum Amtsantritt leider gebetsmühlenartig eine Forderung wiederholt, deren Realisierung Frauen klar benachteiligen würde. Eine Diskussion über die vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters ist für mich tabu, solange Frauen und Männer am Arbeitsmarkt nicht gleichgestellt sind!"

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