Ulrich Tukur als "Rommel" am 1. November in ORF 2

Präsentation der ORF/SWR-Koproduktion in Hamburg - mit Tukur, Sadler und Szyszkowitz

Wien (OTS) - Generalfeldmarschall Erwin Rommel war einer der führenden Generäle der Wehrmacht Hitlers. Im ORF/SWR-Fernsehfilm "Rommel", der am Donnerstag, dem 1. November 2012, um 20.15 Uhr auf dem Programm von ORF 2 steht, wird seine letzte Lebensphase thematisiert - sein Konflikt zwischen unbedingter Loyalität und notwendiger Opposition. Unter der Regie von Niki Stein, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, standen u. a. Ulrich Tukur als Erwin Rommel, Benjamin Sadler als Hans Speidel, Aglaia Szyszkowitz als Lucie Rommel, Johannes Silberschneider als Hitler, Thomas Thieme als Günther von Kluge, Hubertus Hartmann als Carl-Heinrich von Stülpnagel und Hary Prinz als Leo Geyr von Schweppenburg vor der Kamera. Im Rahmen der Präsentation am Mittwoch, dem 5. September, im zeise kino in Hamburg wurde der bereits im Vorfeld viel diskutierte Film erstmals in Anwesenheit des Regisseurs sowie der Darsteller Tukur, Sadler und Szyszkowitz gezeigt.

"Rommel" und "Rommel - Die Dokumentation" am 1. November in ORF 2

Nach der ORF-Premiere von "Rommel" am 1. November um 20.15 Uhr in ORF 2 folgt um 22.20 Uhr im Rahmen von "Menschen & Mächte" Thomas Fischers Film "Rommel - Die Dokumentation", der von Rommels anfänglicher Begeisterung für Hitler erzählt, von seiner durch den "Führer" geförderten Karriere und von den militärischen und persönlichen Krisen, die Rommel nach der Kriegswende 1942/43 durchlebt. Und er berichtet von Rommels Schicksalsjahr 1944, als er mit den Männern des Widerstands in Kontakt kommt und wie Hitler an ihm Rache nimmt, weil er in Rommel einen Verräter sieht. Zu Wort kommen Experten, die den aktuellen Stand der Rommel-Forschung schildern.

Niki Stein: "Er ist lange ein Wegseher gewesen, gefangen von einer Faszination Hitlers"

Regisseur und Drehbuchautor Niki Stein erklärt, warum er sich auf die letzten Monate des Generals beschränkt hat: "Mit Rommel verhält es sich ein wenig anders, als bei dem engen Verschwörerkreis des 20. Juli: Er ist nicht dieser Übermensch in der Radikalität seines Handelns. Er ist lange ein Wegseher gewesen, wie so viele Deutsche, gefangen von einer Faszination Hitlers. Der Wandel, den er in seinen letzten sechs Monaten vollzieht, ist umso radikaler. Das macht diese Zeit so erzählenswert. Es ist ein großes, klassisches Drama, das sich da vollzogen hat, vergleichbar mit 'Wallenstein', nur noch dramatischer, zuspitzender. Mit faszinierendem Personal: Speidel, der Einflüsterer; Stülpnagel, der Prinzipientreue; Rundstedt, der Feingeist und Zauderer; Kluge, der eitle Machtmensch, der dann doch nicht nach dem 'Mantel der Geschichte' greift. Da hat die Geschichte ganz großes Theater geschrieben."

Ulrich Tukur: "Mein Zugang zur Figur Rommel lief über seinen Dialekt"

"Es ist immer eine Annäherung an eine Figur, nie eine Verwandlung. Ich statte die zu spielende Figur mit meinen Mitteln, meiner Körperlichkeit, Stimme und Fantasie aus und muss sie zum Leben erwecken, und zwar so, dass die wesentlichen Charaktermerkmale, das Eigentliche seiner Persönlichkeit, sichtbar und verstehbar werden", erklärt Ulrich Tukur und meint weiter: "Mein Zugang zur Figur Rommel lief überraschenderweise zunächst über seinen Dialekt, so wie im Bereich der nördlichen schwäbischen Alb gesprochen wird. Ich kannte diesen Dialekt, ein Teil meiner Familie stammt aus der Gegend. Sprache bedingt immer Gestik, Mimik und Körperhaltung und hat sogar einen großen Einfluss auf Denkungsart und Fantasie eines Menschen." Trotzdem betont Ulrich Tukur: "In die Rolle Rommel mischt sich immer ein Stück Ulrich Tukur - alles andere wäre Schizophrenie. Das ginge nicht und ist auch gar nicht erstrebenswert."

Benjamin Sadler: "Die Figur Speidel ist für mich symbolisch für die Haltung der Wehrmacht während des Dritten Reiches"

"Die Figur Speidel ist für mich historisch wie auch in unserer Interpretation symbolisch für die Haltung der Wehrmacht während des Dritten Reiches. Aus der preußischen Militärtradition kommend, hat er sich genauso instrumentalisieren lassen wie fast alle anderen im Generalstab und viel zu spät die Notwendigkeit gesehen, den Führungsbefehlen etwas entgegenzusetzen", sagt Benjamin Sadler über Hans Speidel und meint weiter über seine Rolle: "Der emotionale Prozess der Annäherung an Speidel war für mich besonders interessant, da der Zugang erst einmal von historischen und traditionellen Haltungen und Verhaltensweisen versperrt war. Den 'lebendigen' Kern zu finden ist ja immer der Motor, um daraus eine leibhaftige Figur zu schaffen. Dabei geht es nicht um ein historisches Abbild, ich bin ja kein Dokumentarist, sondern um die Geschichte eines Menschen als Teil einer Geschichte, die so viel größer ist als er selbst."

Aglaia Szyszkowitz: "Ich habe bei der Arbeit viel an meine Großmutter gedacht"

Über ihre Rolle als Rommels Ehefrau meint Aglaia Szyszkowitz: "Die Figur der Lucie Rommel hat nur wenige, aber prägnante Auftritte. Sich darauf einzustellen, ist gar nicht so schwierig, wenn man sich einem so großartigen Regisseur wie Niki Stein anvertraut, der nicht nur ein hervorragendes Buch geschrieben hat, sondern auch zu den wenigen Regisseuren gehört, die Schauspieler führen können. Ich habe bei der Arbeit viel an meine Großmutter gedacht, die anfangs auch eine begeisterte Nationalsozialistin war und mir als Jugendliche immer wieder von dieser Zeit erzählt hat."

"Rommel" ist eine Produktion von teamWorx Film- und Fernsehproduktion in Koproduktion mit dem SWR, der ARD Degeto, dem BR und ORF in Zusammenarbeit mit Beta Film für das Erste, gefördert von der MFG Baden-Württemberg und dem FFF Bayern.

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