Jugend-Umwelt-Plattform JUMP: Freiwillige sind kein Ersatz für billige Arbeitskräfte!

Vorsicht bei Diskussion um Freiwilligendienste!

Wien (OTS) - Mit Ablehnung reagiert die Jugend-Umwelt-Plattform JUMP, Trägerin des Freiwilligen Umweltschutzjahres FUJ, auf das aktuell diskutierte Modell zur Einführung eines Freiwilligen Sozialjahres als Zivildienstersatz.

Unter anderem sollen dabei Freiwillige zukünftig Euro 1300,-brutto monatlich während ihres Einsatzes erhalten und ein Modell ähnlich dem Bundesfreiwilligendienst in Deutschland eingeführt werden.

"Bei 1300,- brutto monatlich kann von keinem freiwilligen Engagement mehr die Rede sein. Hier handelt es sich um ein Dienstverhältnis, welches jedoch bei der Entlohnung unter dem Kollektivlohn für Pflege- und Sozialkräfte liegt. Vorgaben des seit Juni 2012 geltenden Freiwilligengesetzes, wie etwa die Arbeitsmarktneutralität oder die pädagogische Begleitung der Freiwilligen werden bei diesem Modell mit Füßen getreten" so Claudia Kinzl, Geschäftsführerin der Jugend-Umwelt-Plattform. "Außerdem gibt es beim Bundesfreiwilligendienst in Deutschland schwerwiegende Differenzen zwischen Bund und Freiwilligendienst-TrägerInnen. Um Fehler wie diese zu vermeiden, müssen die aktuellen österreichischen TrägerInnen unbedingt in die Verhandlungen miteinbezogen werden" so Kinzl weiter.

Das Freiwilligengesetz regelt seit Juni 2012 u.a. die Rahmenbedingungen des Freiwilligen Sozialjahres und des Freiwilligen Umweltschutzjahres FUJ. TeilnehmerInnen aus ganz Österreich nützen seither das FUJ als Berufsorientierungs- und Ausbildungsmaßnahme. 200,-Euro Taschengeld, Kost und Logis, Versicherung und Familienbeihilfe unterstützen die TeilnehmerInnen bei ihrem Freiwilligendienst, welchen sie arbeitsmarktneutral in einer gemeinnützigen Einsatzstelle im Umweltbereich absolvieren. Im Rahmen des begleitenden verpflichtenden 20-tägigen Zertifikatslehrgangs werden sie mithilfe von Coaching und Supervision begleitet, orientieren sich beruflich und erlernen Projektmanagementkenntnisse. Bei positivem Abschluss des Lehrgangs erhalten sie ein Zertifikat mit anrechenbaren Punkten für ein späteres Studium.

Mit dem Freiwilligengesetz wurde ein modernes Ausbildungssystem geschaffen, welches theoretische Bildungsinhalte mit den so wichtigen praktischen beruflichen Ansätzen verbindet. Im Rahmen des FUJ können sich Jugendliche engagieren und in einem "geschützten" Umfeld erste berufliche Erfahrungen sammeln.

"Dieses Erfolgsmodell sollte ausgebaut und nicht eine zusätzliche prekäre Arbeitssituation im Umwelt- und Sozialbereich geschaffen werden. Die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes dürfen nicht mit den Bedürfnissen von Freiwilligen vermischt werden, welche sich ehrenamtlich engagieren und beruflich orientieren wollen. Wir sind aber gerne bereit, verschiedene Modelle zu diskutieren und unsere Expertise einzubringen", so Claudia Kinzl abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Mag.a Gudrun Redl
Jugend-Umwelt-Plattform JUMP
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