"Schauplatz Gericht" am 7. September: Das Geheimnis des Millionärs

Wien (OTS) - Um zwei sehr reiche Männer, die kürzlich verstorben sind, geht es am Freitag, dem 7. September 2012, um 21.20 Uhr in ORF 2 in "Schauplatz Gericht". Beide waren hochbegabt und intelligent, sie hätten das Leben mit ihren Millionen unbeschwert genießen können. Doch sie standen unter tragischen Zwängen, die jetzt vor Gericht im Detail besprochen werden. In beiden Fällen geht es um viel Geld. Geld, um das Menschen streiten, die behaupten, dass sie den Verstorbenen sehr nahe waren. Ludwig Gantner hat diese Prozesse mit der Kamera begleitet und versucht zu verstehen, was im Leben der todtraurigen Millionäre schiefgelaufen ist.

Die fast blinde Frau P. steht vor einem Grab und weint, weil sie ihren "Zwergi" so vermisst. Beim Verstorbenen handelt es sich um Herrn W., einen renommierten Mediziner, Exleiter eines Instituts an der Universität Wien. Frau P. bezeichnet ihren guten Freund als hochsensibles Genie, der Herr Doktor hätte viele Fremdsprachen fließend gesprochen und Gedichte geschrieben. Aber er war ein Schwerstalkoholiker und Frau P. hätte ihn immer wieder in volltrunkenem Zustand auflesen und ausnüchtern müssen. Jahrelang hätte sie sich trotz ihrer Sehbehinderung aufopfernd um ihn gekümmert, doch dann brach die Beziehung ab: Herr W. lernte über das Internet eine Frau kennen und heiratete sie. Sieben Monate später starb er und die Witwe erbte sieben Millionen Euro. Frau P. glaubt nicht an die große Liebe zwischen den beiden und findet, dass sieben Millionen Euro für sieben Monate Betreuung zu viel sind. Sie fordert Geld für die jahrelange Pflege ihres "Zwergi".

Ein Tiroler Beamter namens Emil Tessadri fühlte sich zu Größerem berufen. Er konnte 38 Instrumente spielen, sogar zwei winzige Trompeten gleichzeitig. In der Nachkriegszeit zog er in die Welt und machte als Musikclown Karriere. Bald war er die Nummer eins in der Branche und erzielte in seiner neuen Heimat Schweiz Spitzengagen. Er war fast krankhaft sparsam und häufte ein Millionenvermögen an. 2009 erinnerte sich die Stadt Hall in Tirol ihres großen Sohnes:
Stadtbeamte fuhren zu ihm in die Schweiz, lösten seinen Haushalt auf und brachten ihn nach Hall in ein Heim. Er war damals alt und schwer krank. Herr T. änderte kurz darauf sein Testament: Seine Tochter und sein Enkel sollten jetzt viel weniger bekommen, dafür floss sein Vermögen in verschiedene gemeindenahe Einrichtungen und Stiftungen. Die Tochter sagt, man hätte ihrem eitlen Vater dafür die Einrichtung eines Tessadri-Museums in Hall versprochen. Nach seinem Tod im Oktober 2009 wolle sich niemand an dieses Versprechen erinnern, nicht einmal um das Grab hätte sich die Stadt Hall gekümmert. Die Tochter ficht das Testament nun vor Gericht an, ihr todkranker Vater hätte nicht mehr gewusst, was er tut.

Der dritte Fall steht in bewusstem Kontrast zu den Problemen der Reichen und Erfolgreichen. Auch hier geht es um viel Geld, der Anlass ist ein tragischer Unfall, der sich 2009 ereignete: Zwei Elektriker reparieren nachts die Straßenbeleuchtung. Sie fallen aus einem Kranwagen, weil ein Lastauto zu knapp vorbeifährt. Beide sind schwer verletzt, können bis heute nicht mehr richtig gehen und leiden an Dauerschmerzen. Einer der beiden verliert sogar den Geruchs- und Geschmackssinn. Die Schuldfrage ist nicht schwer zu lösen, trotzdem beginnt jetzt ein jahrelanger Gerichtsmarathon. Wer glaubt, dass die beiden schuldlosen Unfallopfer jetzt finanziell ausgesorgt haben, irrt.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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