- 06.09.2012, 09:32:13
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ÖH: Studienbeihilfe reformieren jetzt!
5-Punkte-Programm erster Schritt dazu
Utl.: 5-Punkte-Programm erster Schritt dazu=
Wien (OTS) - Für den heutigen Besuch bei der Stipendienstelle hat die
Österreichische HochschülerInnenschaft Minister Töchterle ein
Reformpapier zukommen lassen, das die Ignoranz des Ministeriums in
Sachen sozialer Absicherung beenden soll. Angelika Gruber vom
ÖH-Vorsitzteam führt aus: "Die Augen vor dem desaströsen
Beihilfensystem weiterhin zu verschließen hat fatale Folgen. Schon
jetzt arbeiten 60% der Studierenden neben dem Studium, viele beginnen
erst gar kein Studium, weil das Studienleben für Menschen aus
einkommensschwachen Schichten unleistbar ist. Wir fordern eine
Komplettreform des Stipendienwesens. In Forum Hochschule haben wir
aufgezeigt, wie so eine Gesamtänderung inklusive Grundstipendium und
dem Status TeilzeitstudierendeR ausschauen könnte. Kurzfristig muss
an einzelnen Schrauben, wie der Studienbeihilfe, gedreht werden. Die
ÖH hat dazu einen 5-Punkte Plan erarbeitet - allerhöchste Zeit für
Minister Töchterle diesen umzusetzen."
"Der erste Punkt muss sein, die Einkommensgrenzen anzuheben. Die Höhe
der ausgezahlten Studienbeihilfe hängt davon ab, welche Höhe das
Bruttoeinkommen der Eltern hat. Da diese Einkommensgrenze aber nicht
inflationsangepasst wird, heißt das: Kalte Progression. Bei
gleichbleibender Kaufkraft der Eltern, aber steigendem nominellem
Einkommen, sinkt die Höhe der ausgezahlten Studienbeihilfe. Dieser
Umstand muss schleunigst geändert werden! Zweitens wird die
Studienbeihilfe, genau wie die Familienbeihilfe, schon lange nicht
mehr an die Inflation angepasst. Das hat zur Folge, dass die realen
Beträge sinken. Drittens nehmen viele Studierende, die Anspruch auf
Studienbeihilfe hätten, diese aus Informationsmangel nicht in
Anspruch. Diesem Problem könnte man sehr einfach entgegenwirken: Und
zwar durch einen automatisierten Antrag auf Studienbeihilfe bei der
Inskription. Viertens: Die Zuverdienstgrenze beträgt im Moment 8000
Euro pro Kalenderjahr. Auch hier gilt: Eine Inflationsanpassung ist
nötig, am Besten zur Vereinheitlichung mit der Familienbeihilfe auf
10000 Euro pro Kalenderjahr. Und schlussendlich, fünftens, sind im
Sinne der Vereinheitlichung von Familienbeihilfe und Studienbeihilfe
auch für die Studienbeihilfe zwei Toleranzsemester statt, wie bisher,
einem zu gewährleisten", so Gruber.
"All diese Reformforderungen zielen darauf ab, den Teufelskreis zu
durchbrechen, mit dem viele Studierende konfrontiert sind: Wenn die
Beihilfe weiter (real) sinkt, wird die Zahl der Studierenden, die
arbeiten müssen, noch weiter ansteigen. Mehr arbeiten heißt auch
weniger studieren zu können, und mehr Studierende werden den
erforderlichen Leistungsnachweis nicht mehr erbringen können und
verlieren die Studienbeihilfe. Das zwingt sie dazu, mehr zu arbeiten
und noch weniger Zeit fürs Studium zu haben. Die ÖH kann nicht weiter
zusehen, wie es für alle Studierenden, die nicht aus dem obersten
Bildungs- und Einkommenssegment der Bevölkerung kommen, immer
schwieriger wird, ein Studium abzuschließen. In Forum Hochschule
haben wir detailliert dargelegt, wie das Hochschulwesen samt dem
Beihilfensystem erneuert werden muss, um freie Bildung für alle zu
ermöglichen. Eine Verbesserung des Studienbeihilfesystems ist ein
erster Schritt dazu", so Gruber abschließend.
Der 5-Punkte Plan findet sich unter http://bit.ly/RnNW3D, Forum
Hochschule unter http://bit.ly/P29RkC
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