Lunacek: "Europaweite Frauenquote darf nicht am Widerstand aus Mitgliedsstaaten und Kommission scheitern"

Grüne: Sperrminorität gegen Gesetzesvorschlag von Justizkommissarin Reding muss verhindert werden

Wien (OTS) - "Der Widerstand gegen den von EU-Justizkommissarin dieser Tage eingebrachten Gesetzesvorschlag für europaweit verbindliche Frauenquoten in Aufsichtsräten ist ein Skandal. Laut Medienberichten wollen zehn Mitgliedsstaaten ihre Sperrminorität dagegen durchsetzen und auch in der Kommission sprechen sich sowohl EU-Außenbeauftragte Ashton als auch die dänische Klimakommissarin Heedegard gegen Redings Initiative aus. Dass gerade diese zwei Frauen aus Rücksicht auf die Befindlichkeit in ihren Heimatländern gegen verbindliche Frauenquoten auftreten, ist völlig unverständlich. Ich fordere beide Frauen auf sowie die gesamte Kommission, den österreichischen Kommissar Johannes Hahn eingeschlossen, sich für dieses eminent wichtige Frauenanliegen stark zu machen", erklärt Ulrike Lunacek, Europasprecherin der Grünen und stellvertretendes Mitglied der Grünen im Gleichstellungsausschuss des Europaparlaments.

Lunacek: "Wir nehmen es nicht länger hin, dass gerade einmal 12 Prozent der Vorstände und 3 Prozent der Führungskräfte in der europäischen Wirtschaft weiblich sind. Die Wirtschaft muss sich endlich von ihren Altherren-Clubs verabschieden. Die Wirtschaft verliert sonst weiter Potenzial und der Staat viel Geld, das er in die Ausbildung von Frauen investiert, die es dann nicht in Spitzenpositionen schaffen. Einige Länder haben das längst erkannt, allen voran Norwegen und Frankreich, seit kurzem gehört auch Belgien dazu. Die freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft in anderen Ländern zeigt kaum Ergebnisse. Ohne gesetzliche Quote wird sich nichts bewegen. Wir haben genug Zeit vertrödelt, jetzt brauchen wir ein starkes Gesetz auf EU-Ebene. Auch die österreichische Bundesregierung muss die Vorschläge von Kommissarin Reding, die ja auch von Frauenministerin Heinisch-Hosek gut geheißen werden, umgehend in die Realität umsetzen und den Gesetzesvorschlag im Rat unterstützen. Mit Freiwilligkeit gibt es erst im nächsten Jahrhundert halbe-halbe in den Aufsichtsräten."

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