Pirklhuber: Gentechnik raus aus den Futtermitteln - Berlakovich muss europäische Eiweißstrategie entwickeln

Grüne kämpfen für gentechnikfreie Landwirtschaft in Österreich und Europa

Wien (OTS) - Während in Brüssel die siebente Europäische Konferenz Gentechnikfreier Regionen tagt, findet in Wien das vierte Internationales Soja-Symposium und das 15-jährige Jubiläum der ARGE Gentechnikfrei statt.

"Die von Oberösterreich mitinitiierte Allianz der gentechnikfreien Regionen hat inzwischen über 50 Mitglieder und vertritt mit rund 121 Millionen EU-BürgerInnen fast 25 Prozent der EU-Bevölkerung. Die BASF-Stärkekartoffel Amflora ist gefloppt und die aktuell im Anbauzulassungsverfahren stehenden Gentech-Pflanzen, Mon 810, Bt 11 und 1507 müssen von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit neu bewertet werden. Dies sind nur ein paar Beispiele für den Erfolg eines großen Netzwerkes, das sich gemeinsam mit uns Grünen in Europa seit Jahren gegen die Gentechnik engagiert. Ganz besonders möchte ich auch der ARGE Gentechnikfrei zu ihrem 15-jährigen Jubiläum gratulieren", freut sich Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen.

Aber die Gentechnikfreiheit auf den österreichischen Feldern ist keineswegs gesichert. Ein Selbstbestimmungsrecht der EU-Staaten, ob sie Gentechnik auf dem Acker verbieten wollen oder nicht, wird auf die lange Bank geschoben. Und die EU-Kommission droht für Ende des Jahres mit einer Zulassungswelle für Gentechnikpflanzen.

"Nachdem der dänische Kompromissvorschlag für ein Selbstbestimmungsrecht der EU-Mitgliedsstaaten vom Rat der EU-Umweltminister vor dem Sommer nicht mehr auf die Tagesordnung genommen wurde, geht es jetzt darum, die zahlreichen und heftigen Kritikpunkte an diesem gentechnikfreundlichen Vorschlag aufzunehmen und die rechtsverbindliche Möglichkeit für Staaten zu schaffen, Gentechnik auf ihren Feldern zu verbieten. Das EU-Parlament hat hier klare Änderungen des Dänischen Vorschlages beschlossen, diese sind umzusetzen. Ich erwarte mir hier endlich Initiativen von unserem Landwirtschaftsminister", fordert Pirklhuber.

"Nach wie vor gelangt Gentechnik durch immense Importe von Soja auch in österreichische Futtertröge. Das muss ein Ende haben. Die KonsumentInnen wollen keine Gentechnik - auch nicht im Futtertrog. Minister Berlakovich muss endlich dafür sorgen, dass zumindest das österreichische Gütesiegel, das AMA-Siegel, gentechnikfrei wird. Wo rot-weiß-rot drauf steht, darf keine Gentechnik drin sein", sagt Pirklhuber.

"Für Europa benötigen wir eine Eiweißstrategie, hierfür habe ich bereits Vorschläge im Parlament eingebracht. Mit den immensen Sojaimporten für die europäischen Futtermittel nutzen wir Flächen außerhalb Europas, in der Höhe von 10 Prozent der europäischen Agrarflächen und das für eine Fleischproduktion mit Gentech-Soja. Wir müssen in Europa eine eigene völlig gentechnikfreie Eiweißversorgung mit Leguminosen aufbauen. Dafür erwarte ich, dass das Landwirtschaftsministerium Projekte zur gentechfreien Fütterung aktiv fördert. Wir benötigen Artenvielfalt statt Monokulturen. Fruchtfolgen und nachhaltige Landwirtschaft statt Heilsversprechen der Gentech-Industrie", fordert Pirklhuber abschließend.

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