bfi Wien ExpertenClub: "Feel the Change!" Wie die Gefühlswelt das Management auf Trab hält

Dr. Klaus Doppler, führender Experte für Change Management im deutschsprachigen Raum, war zu Gast beim beliebten Vernetzungs-Event des bfi Wien.

Wien (OTS) -

Diese Meldung wurde korrigiert Neufassung in Meldung OTS0167 vom 06.09

Zahlreiche PersonalmanagerInnen, ProkuristInnen,
VerkaufsleiterInnen und GeschäftsführerInnen aus unterschiedlichen Branchen fanden sich am 4. September 2012 zum ExpertenClub des bfi Wien ein. Die in Kooperation mit der Buchhandlung Manz stattfindende Veranstaltungsreihe widmete sich zum dritten Mal in Folge dem "Change Management". Nach den Möglichkeiten eines "Change" für die Personalentwicklung und den Chancen der strategischen Veränderung für das Recruiting wurde ein weiterer Aspekt beleuchtet. Das bfi Wien hatte mit Dr. Klaus Doppler einen renommierten Vortragenden zu Gast, der das Publikum unter dem Titel "Feel the Change!" in seinen Bann zog.

"Es geht heute um das, was alle bewegt, wenn wir Veränderungen steuern: Um die wechselnden Gefühle aller Beteiligter", stellte Dr. Valerie Höllinger, kaufmännische Geschäftsführerin des bfi Wien, zur Begrüßung fest. "Um Leidenschaften und Ängste von MitarbeiterInnen und Führungskräften, um Emotionen, die jeweils unterschiedlich zum Ausdruck kommen - manchmal sehr direkt, manchmal verschlüsselt." Gerade für Führungskräfte, die einem "Change" entgegen sehen oder mittendrin stecken, ist laut Höllinger essentiell, Gefühle und Stimmungslagen des Umfelds wahrzunehmen und richtig zu deuten bzw. mit den passenden Steuerungswerkzeugen darauf zu reagieren. So sei ein positiver Projekterfolg zu erwirken und könnten MitarbeiterInnen in ihrem Fortkommen gefördert werden.

Der "Change" muss bewusst eingeleitet werden

Klaus Doppler begann mit einem persönlichen Change. Als Absolvent eines Theologiestudiums musste er feststellen, dass die Arbeit im Kirchenumfeld "nicht mein Weg" war, weshalb er das Psychologiestudium bis zur Promotion anhängte sowie eine psychoanalytische Ausbildung und die Ausbildung zum Trainer für Gruppendynamik machte. Schon bald wurde er als Berater und Organisationsentwickler in Unternehmen geholt, um sich nach und nach auf die Begleitung von Veränderungsprozessen - eben das "Change Management" zu konzentrieren. Als augenscheinlichste Differenz zwischen klassischer Organisationsentwicklung und "Change Management" führt Doppler an, dass Letzteres "Veränderungsprozesse gezielt einleitet".

Ein gelingender "Change", eine Neuorganisation des Unternehmens, verlange den Abschied vom klassischen Führungsprinzip und starren Hierarchien. "Jede Führung ist eine Form von Entmündigung", lautet Dopplers provokante These. Die Menschen im Unternehmen müssten zum selbstverantwortlichen Arbeiten ermutigt werden: "Die Verantwortung liegt dort, wo die Handlung geschieht."

MitarbeiterInnen ernst nehmen, glaubwürdig bleiben

Spätestens hier bezieht sich Doppler auf den Titel der Veranstaltung: Wer MitarbeiterInnen zur Veränderung motivieren will, ist unweigerlich mit verschiedensten Emotionen konfrontiert - von Ängsten und Bedenken über Widerwillen, Argwohn und Wut bis zu vorsichtiger Zustimmung, Freude und Begeisterung. Ein häufiger Fehler sei Sicherheit zu versprechen, die man nicht geben kann, "womit wir bei der Glaubwürdigkeit sind". Er geht so weit zu empfehlen, MitarbeiterInnen im Zweifel frühzeitig zur Suche nach Jobalternativen anzuhalten, wenn die Zukunft des Unternehmens nicht absehbar ist.

In puncto Glaubwürdigkeit müsse der Belegschaft auch klargemacht werden, "was sie und das Unternehmen verlieren, wenn die nötige Veränderung nicht kommt". Die Hintergründe des "Change" müssen transparent sein - und ja, dabei dürfe bewusst mit Ängsten gearbeitet werden. Allerdings müsse man auch Angebote machen: Wenn MitarbeiterInnen glauben, das von ihnen erwartete nicht zu können, dann muss es Coachings und Weiterbildungen geben.

Auch TreiberInnen des "Change" haben Ängste

Führungskräften rät Doppler weiters, nicht aus der Kommunikation zu fliehen - denn natürlich sind auch die TreiberInnen des "Change" mit Ängsten und anderen Emotionen konfrontiert. MitarbeiterInnen-Versammlungen sind unumgänglich; Doppler rät, keinen Monolog bzw. Frontalunterricht zu halten, sondern die KollegInnen miteinander zu vernetzen, untereinander über die drohende Ungewissheit diskutieren zu lassen und im Anschluss auf so entstandene Fragen ernsthaft einzugehen.

Schlussendlich werde man, wenn wirklich große Veränderungen anstehen, im besten Fall ein Drittel der Belegschaft gleich auf seiner Seite haben, spricht Doppler aus Erfahrung. Ein weiteres Drittel könnte zusammen mit dieser Minderheit wohl bald mit an Bord geholt werden - bleibt ein weiteres Drittel zu knacken. Der Change-Prozess müsse zu diesem Zeitpunkt längst angelaufen sein, so Doppler: Alle in ein Boot holen zu wollen um dann zu starten, wäre ein Fehler - damit komme man nicht ans Ziel. Der Experte schließt nach gut 75 Minuten mit dem Hinweis: "Das Umfeld bestimmt das Denken."

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