WK startet Mentoring für MigrantInnen

Unterstützung, um im neuen Leben Fuß zu fassen, bietet eine Initiative von Wirtschaftskammer, AMS und Integrationsfonds.

Klagenfurt (OTS) - Die Wirtschaftskammer Kärnten startet noch im September in Kooperation mit dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) und dem Arbeitsmarktservice (AMS) den ersten Durchgang des Projekts "Mentoring für MigrantInnen". Gegenstand dieser Initiative ist eine sechsmonatige Mentoring-Partnerschaft zwischen erfolgreichen Führungspersonen der österreichischen Wirtschaft (MentorInnen) und qualifizierten Personen mit Migrationshintergrund (Mentees). WK-Vizepräsidentin Sylvia Wostal: "Eine Win-win-Win-Situation: Die Mentees haben bessere Integrationschancen, die Mentoren können interkulturell dazulernen und für die Wirtschaft bedeutet das eine Stärkung der Internationalisierung und der Diversity."

Die Zahlen zeigen das Ausmaß der Aufgabe: In Österreich leben derzeit rund 1,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, in Kärnten sind es rund 56.000 oder ca. zehn Prozent der Bevölkerung. Peter Wedenig, stellvertretender Landesgeschäftsführer des AMS Kärnten: "Mangelnde Sprachkenntnisse, das fehlende persönliche Netzwerk und wenig Ahnung von den Gepflogenheiten des heimischen Arbeitsmarktes führen dazu, dass sie von Arbeitslosigkeit weit stärker betroffen sind als Inländer." Die aktuelle Zunahme der Arbeitslosigkeit in Österreich trifft heimische Arbeitskräfte mit einem Plus von 2,8 Prozent, Menschen mit Migrationshintergrund aber mit 12,8 Prozent. Wedenig: "Deshalb ist dieses Projekt ein kleiner, aber wichtiger Baustein zur besseren Integration von MigrantInnen in den Arbeitsmarkt."

In einem ersten Schritt werden sich in Kärnten zehn bis 15 MentorInnen um ebenso viele Mentees kümmern, wobei beim "Matching" auf einen ähnlichen beruflichen Hintergrund geachtet wird. Die Aufgaben des Mentors sind dabei die Know-how-Vermittlung über die Arbeitswelt und ihre Herausforderungen, Tipps und Hilfestellungen für den Mentee sowie die Einführung in persönliche Netzwerke. Insgesamt sind in Österreich bereits 19 Durchgänge erfolgreich und mit höchster Zufriedenheit aller Beteiligten abgeschlossen worden:
40 Prozent der teilnehmenden Migranten - zu 80 Prozent Frauen -haben sofort einen ihrer Qualifikation entsprechenden Arbeitsplatz gefunden, weitere 30 Prozent konnten Angebote zur fachlichen oder sprachlichen Weiterbildung nutzen. Beatrix Lewandowski, stellvertretende Geschäftsführerin des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF): "Das ist eine Erfolgsgeschichte, weil drei kompetente Partner - das AMS, die WK und der ÖIF - ihre jeweils unterschiedlichen Blickwinkel, Ressourcen und Partner einbringen können." Österreichweit sind bisher mehr als 1400 solche Partnerschaften zwischen Mentoren und Mentees zustande gekommen. In Kärnten haben sich bereits knapp 30 MigrantInnen für das Programm gemeldet. Etwa ein Drittel der Bewerber hat lediglich eine Pflichtschulausbildung, dafür ist die Akademikerquote beinahe doppelt so hoch wie in Österreich. Wostal wirbt um weitere Führungspersönlichkeiten aus der Kärntner Wirtschaft und geht als Mentorin mit gutem Beispiel voran: "Uns allen tut der Perspektivenwechsel gut; er sorgt dafür, dass wir im Alltag nicht gedankenlos werden." Die Mentoren kostet das Programm lediglich die Zeit, die sie für ihren Mentee aufwenden; alle Verwaltungskosten tragen Wirtschaftsministerium und Wirtschaftskammer über das Projekt "go-international".

"Mentoring für MigrantInnen" ist in dieser Form ein einzigartiges Projekt im deutschsprachigen Raum und bereits international auf großes Interesse gestoßen. Von der Europäischen Kommission wurde das Programm mit einem Sonderpreis im Rahmen der European Enterprise Awards 2011 ausgezeichnet.

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