PRO-GE: Besserer Schutz für LeiharbeiterInnen erreicht

AÜG-Novelle bringt wichtige Verbesserungen für überlassene Arbeitskräfte

Wien (OTS/ÖGB) - "Die neuen Regelungen bringen Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern mehr Schutz und mehr Rechte sowohl am Arbeitsplatz als auch zwischen Überlassungen", begrüßt Rainer Wimmer, Vorsitzender der Gewerkschaft PRO-GE die heute im Ministerrat beschlossene Novellierung des Arbeitskräfteüberlassungsgesetzes (AÜG). Überlassene Arbeitskräfte müssen künftig besser über ihr Entgelt, über Sicherheitsvorkehrungen und über das bevorstehende Ende einer Überlassung informiert werden. Auch der Schutz vor Diskriminierung wird deutlich ausgebaut. Im Sozial- und Weiterbildungsfonds sehe die PRO-GE nicht nur eine Absicherung im Fall der Arbeitslosigkeit, so der PRO-GE Vorsitzende: "In erster Linie soll damit ein Anreiz zur Weiterbeschäftigung in Stehzeiten geschaffen werden."++++

Information schützt

Ab 2013 müssen in der "Einsatzinformation" die kollektivvertragliche Einstufung enthalten sein und Grundlohn sowie die Zulagen und Zuschläge getrennt ausgewiesen werden. LeiharbeiterInnen können somit ihre korrekte Entlohnung wesentlich besser überprüfen. Darüber hinaus müssen LeiharbeiterInnen künftig nachweislich und schriftlich vor jedem Einsatz über spezielle Anforderungen und Gefahren informiert werden. "Damit wird endlich eine wirksame Maßnahme gegen die überproportionale Unfallgefährdung von Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern gesetzt", sagt Wimmer. Laut AUVA sind LeiharbeiterInnen rund zweieinhalb Mal häufiger Opfer von Arbeitsunfällen als StammarbeitnehmerInnen.

Mehr Respekt für LeiharbeiterInnen

Ebenso neu: Spätestens 14 Tage im Vorhinein müssen überlassene Arbeitskräfte künftig über das Ende eines Einsatzes informiert werden. Für Wimmer eine Frage des Respekts: "Jeder Mensch hat das Recht, sich wenigstens zwei Wochen auf derart einschneidende Veränderungen einstellen zu können." Konnten sich LeiharbeiterInnen bisher nur schlecht gegen Diskriminierungen zur Wehr setzen, da Überlassung schnell und umstandslos beendet werden konnten, fordert das Gesetz auch hier mehr Respekt ein: Beschäftigerbetriebe, die Diskriminierung zulassen, können uneingeschränkt zur Verantwortung gezogen werden.

Anreiz zu Bezahlung der Stehzeiten und zur Weiterbildung

"Mit dem Sozial- und Weiterbildungsfonds soll ein Anreiz gegen 'hire and fire' und für die Weiterbeschäftigung während Stehzeiten geschaffen werden", stellt Wimmer fest. Denn aus dem Fonds wird nicht nur LeiharbeiterInnen bei Arbeitslosigkeit eine einmalige, schnelle Unterstützung bezahlt. Auch Arbeitgeber werden gefördert, die das Arbeitsverhältnis aufrechterhalten. Beiträge für den Fonds zahlen alle Überlasser. "Mit dem Fonds werden also Arbeitgeber unterstützt, die Stehzeiten korrekt bezahlen, auf Kosten jener, die ihrer Verantwortung nicht nachkommen", sagt Wimmer und betont auch die zweite Aufgabe des Fonds: "Mit dem Geld soll vor allem auch Weiterbildung gefördert werden, um Stehzeiten zum Vorteil aller Beteiligten zu nutzen."

SERVICE: Überblick über alle Neuerungen im Arbeitskräfteüberlassungsgesetz auf www.proge.at

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