Wien geht Weg als innovative Bildungsstadt weiter

Wien (OTS) - Wien setzt auch im Schuljahr 2012/13 auf die Weiterentwicklungen des Bildungssystem: "Wir setzen auf die sukzessive Umstellung aller Hauptschulen auf Neue Mittelschulen, optimale räumliche Bedingungen und innovative Projekte, um den Lernerfolg zu verbessern", betonten heute Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch und Stadtschulratspräsidentin Dr. Susanne Brandsteidl im wöchentlichen Pressegespräch von Bürgermeister Dr. Michael Häupl. "Es ist mehr als verzerrend, wenn man den in ganz Österreich herrschenden LehrerInnenmangel dazu verwendet, das komplette Wiener Bildungssystem schlecht zu reden!"

Tatsache sei, dass auch Wien derzeit nicht alle LehrerInnenposten besetzt habe - "die Zahlen sind aber deutlich geringer als in den Vorjahren", betonten Oxonitsch und Brandsteidl. So habe Wien derzeit 79 Posten im Pflichtschulbereich noch nicht endgültig besetzt, im AHS-Bereich und den Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen seien es 28 Posten - bei mehr als 22.000 Dienstposten insgesamt! "Wien hat derzeit erfreulicherweise auch weit mehr Dienstposten als unter VP-Unterrichtsministerin Gehrer:
Allein innerhalb der letzten vier Jahre hat Wien 700 zusätzliche Dienstposten bekommen!"

"Ungeachtet der Tatsache, dass nur noch einige wenige LehrerInnen für dieses Schuljahr gesucht werden, bleibt der generelle Bedarf an neuen LehrerInnen für die kommenden Jahre hoch", betonte Brandsteidl und richtet einen Appell an SchulabgängerInnen, sich für eine pädagogische Ausbildung zu entscheiden: "Wien bietet LehrerInnen einen krisenfesten Job bis mindestens 2025." Erfreulich sei, dass die Pädagogische Hochschule in Wien wieder auf steigende Studierendenzahlen verweisen könne: Waren es 2009/10 noch 2.128 Studierende, so sind es heuer bereits 2.775.

Ausbau der gemeinsamen Schule

Wien setzt auch im laufenden Schuljahr auf den Ausbau der gemeinsamen Schule: So werden alle Hauptschulen in drei Etappen auf Neue Mittelschulen umgestellt. Im laufenden Schuljahr 2012/13 werden 47 Standorte (davon 38 öffentliche und 9 private) zu Neuen Mittelschulen. Im kommenden Schuljahr 2013/14 werden alle restlichen öffentlichen Schulstandorte auf Neue Mittelschulen umgestellt, im Schuljahr 2014/15 folgen die restlichen privaten Standorte.

Das Wiener Modell der "Wiener Mittelschule" wird parallel dazu als gemeinsame Schulform aus AHS und Hauptschule für 10- bis 14-Jährige weiter ausgebaut. Jede neu errichtete Schule -Hauptschule oder AHS - wird künftig als "Wiener Mittelschule" geführt.

Damit gelingt es Wien in Abstimmung mit dem Bund, die in der "Neuen Mittelschule" vorgesehenen zusätzlichen Ressourcen und pädagogischen Vorteile für die Wiener Hauptschulen zu nutzen, andererseits aber auch die Voraussetzungen für die Weiterentwicklung des hochqualitativen Schultyps "Wiener Mittelschule", der auch für bestehende AHS-Standorte ein attraktives System bietet, zu verbessern.

Kindergarten als Basis für Bildungserfolg

Der erste Grundstein für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn werde aber bereits im Kindergarten gelegt: "Und hier hat Wien gerade in den letzten Jahren einen großen Schwerpunkt gesetzt", so Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch. So lasse sich nach drei Jahren Gratis-Kindergarten in Wien eine sehr positive Bilanz ziehen:
"Insgesamt stehen heuer mit 52.228 Kindergartenplätzen und 18.426 Krippenplätzen so viele Plätze wie noch nie zur Verfügung."

Wesentlich für einen optimalen Schulstart sei dabei die Sprachförderung im Kindergarten: "Deshalb haben wir auch so vehement auf die neue 15a-Vereinbarung zur verpflichtenden sprachlichen Förderung gedrängt", betonte Oxonitsch. Wien erhält nun bis 2014 pro Jahr insgesamt 1,22 Mio Euro vom Bund und bringt zusätzlich aus eigenen Mittel den gleichen Betrag auf.

Im Sommer 2012 hat Wien auch als erstes und einziges Bundesland das "Barcelona-Ziel" überschritten: Diese EU-Vorgabe sieht vor, dass für mindestens 33 Prozent der Kinder unter 3 Jahren Betreuungsplätze vorhanden sein müssen. Mit 33,9 Prozent hat Wien dieses Ziel deutlich übersprungen!

Gute Rahmenbedingungen für Wiener SchülerInnen

Für den Schulerfolg sind aber auch gute räumliche Rahmenbedingungen ausschlaggebend: So läuft in Wien das 242 Schulen umfassende Sanierungspaket weiterhin auf Hochtouren. "Wir können für die bisherige Laufzeit seit 2007 eine sehr positive Bilanz ziehen", betont Stadtrat Christian Oxonitsch. "So wurden bisher Sanierungsarbeiten mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 164 Mio Euro durchgeführt. Durchschnittlich wurde in jedem Jahr an 130 Schulgebäuden gearbeitet." Mit Ende 2012 werden voraussichtlich bereits 33 Schulgebäude fertig saniert sein, wobei die einzelnen Sanierungsinvestitionen je Standort von 18.000 Euro bis 4 Mio Euro reichen.

Insgesamt werden im Rahmen des Schulsanierungspaketes bis 2017 rund 570 Mio Euro in die Sanierung von 242 allgemein bildenden Pflichtschulen investiert. Die Stadt Wien unterstützt dabei die Bezirke mit einer Sonderförderung von 40 Prozent.

Parallel dazu startet Wien aber auch ein großes Neubauprogramm und setzt dabei weiter auf das innovative Campusmodell: So werden in den nächsten Jahren elf neue Ganztagsschulen und elf Kindergärten gebaut und damit insgesamt elf neue Campus-Standorte entstehen. Im Fokus sind dabei die Regionen über der Donau wie Stadlau, Jedlesee, Kagran und Stammersdorf sowie am Nordbahnhof und im Süden bzw. Westen der Stadt die Bereiche Atzgersdorf, Innerfavoriten, Gasometer und Wien-West. Bereits fixiert wurden die Standorte auf den Aspanggründen, am Hauptbahnhof und in der Seestadt Aspern. Für letzteren konnte bereits der Architekturwettbewerb abgeschlossen werden, der Campus Hauptbahnhof ist bereits in Bau.

Die neuen Bildungseinrichtungen werden insgesamt rund 700 Mio Euro kosten. Möglich werden diese Investitionen durch die Zusammenarbeit mit privaten Investoren. Einzelne Schulen werden für die Stadt errichtet und an diese verleast bzw. vermietet. Die Stadt bringt zur Unterstützung dieser Investitionen einen voraussichtlichen Eigenmittelanteil von 330 Mio Euro auf.

30 Mio Euro für neue Schul-Computer

Damit die Schulen der Stadt Wien auch bei der Ausstattung weiter gute Rahmenbedingungen bieten, sollen auch die Schul-Computer sukzessive erneuert werden. "Im Bildungsausschuss werden heute Dienstag Investitionen in das Wiener Bildungsnetz in Höhe von 30 Mio Euro bis zum Jahr 2016 beschlossen", betont Stadtrat Christian Oxonitsch. Um eine immer wieder notwendige Erneuerung der Geräte zu ermöglichen, sollen die neuen Computer angemietet und immer wieder dem neuesten technischen Stand angepasst werden.

Nachholen von Pflichtschulabschlüssen

Doch auch das Nachholen des Pflichtschulabschlusses und von Grundkompetenzen wird von der Stadt tatkräftig unterstützt: Die 2012 getroffene 15a-Vereinbarung mit dem Bund soll Jugendlichen und Erwachsenen auch nach Ende der schulischen Ausbildungsphase den Erwerb grundlegender Kompetenzen und Bildungsabschlüsse ermöglichen.

Seit März 2012 holen bereits rund 160 junge Erwachsene in den Wiener Volkshochschulen ihre Hauptschulausbildung nach, die sie voraussichtlich im Frühjahr 2013 abschließen werden.

Nun starten insgesamt sechs Bildungseinrichtungen die nächsten 23 Lehrgänge, die bereits gut gebucht sind: Ziel ist es, heuer insgesamt 720 Menschen diese Ausbildungsschiene zu ermöglichen. Die Magistratsabteilung 13 - Bildung und außerschulische Jugendbetreuung fördert die akkreditierten Bildungseinrichtungen, die Kurse zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses anbieten. In den Jahren 2012 bis 2014 stehen dafür insgesamt rund 8,7 Mio Euro aus dem Landesbudget zur Verfügung - der Bund verdoppelt in der Folge die Ausgaben. "Aufgrund der starken Nachfrage sind wir zuversichtlich, mit diesen Mitteln bis 2014 tausenden jungen Wienerinnen und Wienern mit geringer Qualifikation gratis zu einem Pflichtschulabschluss verhelfen zu können", zeigt sich Stadtrat Oxonitsch optimistisch.

"Jugendcoaching" gegen Schulabbruch

Ein Wiener Modell gegen Schulabbruch, das nun auf Initiative von Sozialminister Rudolf Hundstorfer auch österreichweit zum Einsatz kommen soll, ist das Projekt "Jugendcoaching": Jugendliche erhalten dabei maßgeschneiderte Hilfe von Coaches und Sozialarbeitern, die ihnen bereits bei Problemen, die sich auf dem Weg zum positiven Schulabschluss oder beim Finden einer beruflichen Perspektive abzeichnen, bereits in der Schule zur Seite stehen.

Wien hat dabei bereits Erfahrungen mit Coaching-Programmen wie "c'mon 14", das auf reges Interesse von Eltern, Lehrern und Jugendlichen stößt. Pilotprojekte zum Jugendcoaching laufen in Wien und Steiermark bereits an 260 Schulen. Bis 2014 wird das Coaching stufenweise auf ganz Österreich ausgeweitet.

Talente-Check

Eine weitere Innovation konnte gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien entwickelt werden und soll vor allem im Sinne einer besseren Berufsorientierung wirken. Ein so genannter "Talente-Check Berufsbildung" gibt Schülern der 8. Schulstufe die Chance, die eigenen Fähigkeiten und die Anforderungen der Wirtschaft an künftige Arbeitskräfte besser kennenzulernen. Sie sollen die Wiener Pflichtschüler rechtzeitig darüber informieren, was im Berufsleben auf sie zukommt und ob sie dem gewachsen sind. Die Jugendlichen lernen, ihre Potenziale besser einzuschätzen und können sich noch gezielter auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts vorbereiten." Der Talente-Scan wird heuer als Pilot an 22 Wiener Mittelschulen gestartet, rund 2000 Schüler nahmen daran teil. Ab 2013/14 wird der Talente-Scan fixer Bestandteil des Unterrichtsangebots für alle Schüler der 8. Schulstufe, rund 18.000 Schüler werden dann pro Jahr den Test absolvieren.

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Mag. Michaela Zlamal
Mediensprecherin StR Christian Oxonitsch
Tel. +43 1 4000-81930
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Matias Meißner
Medien- und Pressereferat des Stadtschulrates
Telefon: 01 525 25-77014
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