"Österreich 2020"-Zukunftsdiskurs - BM Schmied: Schule muss "Chancen eröffnen" und eine "Kultur des Gelingens etablieren"

Wien (OTS/SK) - Wien (SK) "Vielfalt als Chance. Interessen wecken und Talente fördern" - darüber hat gestern, Dienstagabend, Bildungsministerin Claudia Schmied mit Markus Hengstschläger, renommierter Genetiker und Autor des Buches "Die Durchschnittsfalle", und Alfred Lehner, "Pionier der Schulentwicklung" (Claudia Schmied) und Direktor der Neuen Mittelschule (NMS) Markt Allhau, im Wiener MuseumsQuartier im Rahmen eines "Österreich 2020"-Zukunftsdiskurses diskutiert. Zur Veranstaltung geladen hatte das Renner Institut. Jungen Menschen "Chancen zu eröffnen" und eine "Kultur des Gelingens zu etablieren" nannte Claudia Schmied als wichtige Eckpfeiler für die Schule der Zukunft. Diese müsse "Individualität, Vielfalt und Engagement fördern, wofür es ein Grundvertrauen braucht, dass jeder von uns etwas besonders gut kann. Die Schule ist ein Spiegel der kulturellen Verfasstheit unserer Gesellschaft". ****

Deshalb brauche es neben top ausgebildeten Pädagoginnen und Pädagogen auch organisatorische Rahmenbedingungen, wie etwa eine ganztägige Betreuung, die die Möglichkeit eröffnet, ausreichend Zeit zu finden, Talente der Schülerinnen und Schüler zu entdecken und zu fördern. Dass ein Großteil der namhaften Privatschulen ganztägig und die meisten öffentlichen Schulen noch halbtags sind, sei kein Zufall. Der Ausbau der Ganztagesbetreuung und beispielsweise auch die Feedback-Gespräche in den Neuen Mittelschulen seien dahingehend "wichtige emanzipatorische Schritte für die Schülerinnen und Schüler", so Schmied. Und weiter: "Erfolg ist das Ergebnis von individueller Leistungsvoraussetzung und harter Arbeit."

Einig war sich das Podium darüber, dass Ganztagesbetreuung in den Schulen eine hervorragende Bedingung sei, die individuellen Leistungsvoraussetzungen - die Talente und Begabungen der Kinder und somit auch nachhaltig die gesellschaftliche Vielfalt - bestmöglich zu fördern. NMS-Direktor Alfred Lehner plädierte für ein grundsätzliches Umdenken in der Bildungspolitik: "Wir müssen Schule neu denken: Ein Lehrer soll nicht täglich 20 Schüler in einer Klasse unterrichten, sondern einen Schüler 20 Mal." In seiner Neuen Mittelschule hat Lehner dahingehend bisher hervorragende Erfahrungen gemacht. Das wichtigste Kennzeichen der NMS für Lehner: "Wir bringen den Kindern Eigenverantwortlichkeit bei. Unsere Lehrerinnen und Lehrer verstehen sich als Begleiter und Coachs."

"Wir müssen darüber nachdenken, wie wir Probleme lösen, die wir noch gar nicht kennen. Dafür müssen wir heute Antworten finden" - so paradox das klingen mag: Für den Genetiker Markus Hengstschläger sind die besten Voraussetzungen, um die Probleme der Zukunft zu lösen, ein höchst mögliches Maß an Individualität, Flexibilität und Vielfalt. Dieses Prinzip habe sich auch in der menschlichen Evolution etabliert. "Ein System, in dem Individualität verloren geht, ist für die Zukunft nicht gerüstet. Das Beste was wir haben, ist die nächste Generation", deshalb müssten für diese optimale Leistungsvoraussetzungen geschaffen werden. (Schluss) mo/ah

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