Internationale Insolvenzprognose 2012: Die Konjunktur bleibt schwach, Insolvenzen steigen wieder.

Wien (OTS) - Die Eurozone fällt zurück in die Rezession, während sich der Rest der Welt besser entwickelt. Die Abkühlung der Wirtschaft führt zu einem weiteren Anstieg der weltweiten Unternehmensinsolvenzen. Eine kurzfristige Verbesserung wird es nicht geben, jedoch lässt der Ausblick für 2013 hoffen.

Die Eurozone befand sich im 1. Quartal 2012 mit einem Nullwachstum am Rande einer Rezession. Die Studien von Euler Hermes und PRISMA Kreditversicherung halten fest, dass die wirtschaftliche Lage in Südeuropa, besonders in Griechenland, Italien und Spanien, Auslöser dieser Misere ist. Deutschland gelang es, mit einem Plus von 0,5 % im 1. Quartal nach der Kontraktion im 4. Quartal 2011 die Situation zu retten. Auch die Länder in seinem Einflussbereich (Niederlande, Österreich und Belgien) profitierten mit 0,3 % vom wirtschaftsstarken Nachbarn.

Auf der anderen Seite des Atlantiks sieht es kaum besser aus: die US-Wirtschaft schleppt sich weiterhin im Schneckentempo vorwärts. Anders ist die Lage in Japan: Hier wuchs die Wirtschaft aufgrund des Wiederaufbaues um 1,2 %.

Eine Abkühlung der Konjunktur verzeichneten auch die BRIC-Staaten. Mit Ausnahme von Russland hatten sie 2012 das geringste Wachstum in den letzten neun Jahren.

Insgesamt ergibt sich damit für die Weltwirtschaft 2012 ein Wachstum von 2,5 %. Der Ausblick für 2013 ist etwas positiver und liegt bei 2,9 %. "Die Insolvenzen werden allerdings ein weiteres Mal weit über dem historischen Tief vor der Krise liegen. Allerdings werden sie auch nicht in die Nähe des Rekordniveaus 2009 kommen", so Ludwig Mertes, Vorstand der PRISMA Kreditversicherungs-AG.

Deutschland

Nach einer Schwächeperiode im Winter (-0,2 %) hat die deutsche Wirtschaft im 1. Quartal 2012 wieder Fahrt aufgenommen. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs um 0,5 % gegenüber dem Vorquartal. Diese Entwicklung wirkte sich auf den Rest der Eurozone aus und führte insgesamt zu einem Nullwachstum. Die Ausfuhren waren trotz des schwierigen internationalen Umfelds der wichtigste Wachstumsmotor, gefolgt vom privaten Konsum. Der positive Jahresbeginn sollte jedoch nicht überbewertet werden: Nach der kräftigen Expansion um 3,1 % von 2011 ist für 2012 eine deutliche Verlangsamung des Wachstumstempos auf 1 % zu erwarten, gefolgt von einem Plus von 1,7 % in 2013. Die Unternehmenspleiten werden auf Vorjahresniveau liegen.

Italien

Österreichs südlicher Nachbar und zweitwichtigster Handelspartner befindet sich seit Ende 2011 in einer Rezession. Auch die Zahlen für das 1. Quartal 2012 sind nicht ermutigend. Die Wirtschaft schrumpfte neuerlich (-0,8 % gegenüber -0,7 % in 2011) und die Inlandsnachfrage brach weiter ein. Grund sind sinkende Investitionen und der rückläufige private Konsum. Einzig der Außenhandel lieferte einen positiven Wachstumsbeitrag. Die italienische Wirtschaft dürfte sich erst Mitte 2013 wieder erholen. Ein kurzfristiges Wachstum ist derzeit nur schwer vorstellbar. Diese Entwicklungen führen zu weiterhin steigenden Unternehmenspleiten. 2012 rechnet PRISMA Kreditversicherung mit einem Anstieg von 12 % (2011 noch 6,1 %).

Spanien

Die spanische Wirtschaft schrumpfte im 1. Quartal 2012 um 0,3 %, ebenso stark wie im Vorquartal. Seither befindet sich das Land in einer Rezession. Der private Konsum stagnierte, die Inlandsnachfrage sank und die öffentlichen Ausgaben hielten sich gering. Der Außenhandel wirkt als eine Art Stoßdämpfer, da Einfuhren stärker abnahmen als die Ausfuhren. Der Ausblick ist kurz- bis mittelfristig eindeutig negativ. Hält der Druck der Finanzmärkte weiterhin an und verschärft sich die Sparpolitik, so dürfte die Wirtschaft 2012 um 1,8 % und 2013 um 0,5 % oder noch stärker schrumpfen. Die Anzahl der Insolvenzen wird im Vergleich zum Vorjahr (17,9 %) weiterhin steigen (19,9 %).

Portugal

Die portugiesische Wirtschaft steckt immer noch in der Rezession. Nach -1,4 % in Q4 2011 ging das Bruttoinlandsprodukt auch im 1. Quartal 2012 (-0,1 %) zurück. Der Ausblick für 2012 bleibt negativ:
Die Wirtschaft dürfte um weitere 3 % schrumpfen. Die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen, darunter die Arbeitsmarktreform und eine Bereinigung des Bankensektors, sollten jedoch Ende 2012 zu greifen beginnen und eine Erholung der Wirtschaft ermöglichen. Die öffentlichen und privaten Ausgaben werden bis dahin sinken und die Defizitziele nur knapp verfehlt werden. Auch das Geschäftsklima wird sich 2012 weiterhin eintrüben, was zu einer drastischen Zunahme der Unternehmensinsolvenzen führen wird (+50 %).

Griechenland

Der Schrumpfungsprozess in der griechischen Wirtschaft wird weiterhin anhalten (-5,9 % in 2012 und -1 % in 2013) und ein Ende der historischen Krise des Landes ist nicht in Sicht. Neben den sich laufend verschlechternden wirtschaftlichen und finanziellen Indikatoren leidet Griechenland auch unter sozialen und politischen Krisen. Wechselnde Regierungen und der Aufstieg extremer Parteien führen zu einer Lähmung der politischen Institutionen des Landes. Immerhin lieferte der Importrückgang einen positiven Außenbeitrag. Auch die Insolvenzen steigen 2012 massiv an (+30 %). Dieser Trend dürfte sich weiter fortsetzen.

Österreich

Anfang 2012 gelang es der österreichischen Wirtschaft, die Stagnation zu überwinden. Das Bruttoinlandsprodukt stieg gegenüber dem 4. Quartal 2011 im 1. Quartal 2012 um 0,3 %. Wachstumsimpulse lieferten die zunehmenden Ausfuhren und die Inlandsnachfrage. Das weitere Wachstum wird 2012 jedoch bescheiden ausfallen und sich auf +0,7 % verlangsamen. Der private Konsum bleibt robust und die Lage am Arbeitsmarkt entwickelt sich günstig. 2013 wird ein allmählicher Aufschwung im Außenhandel erwartet, der das Wachstum auf 1,6 % beschleunigt.

"Die Investitionstätigkeiten sind weiterhin von der anhaltenden Schuldens- und Vertrauenskrise in Europa beeinträchtigt. Vor diesem Hintergrund dürften auch die Unternehmensinsolvenzen 2012 wieder zunehmen. Wir erwarten einen Anstieg um 3,8 % auf 6.090 Insolvenzfälle", sagt Mertes.

PRISMA Kreditversicherungs-AG wurde 1989 gegründet. PRISMA ist zu 100 % Tochter der OeKB EH Beteiligungs- und Management AG. Die Oesterreichische Kontrollbank AG hält 51 % der Managementholding, 49 % hält die Euler Hermes Deutschland AG, Hamburg. Die Euler Hermes Gruppe, mit Sitz in Paris, ist Weltmarktführer in der Kreditversicherung und gehört zum Allianz-Konzern. PRISMA ist Marktführer in Österreich.

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