WKÖ-Hochhauser: Beschäftigung erleichtern statt Unternehmen strafen

Trotz schwieriger Wirtschaftslage haben Österreichs Betriebe 54.000 zusätzliche Jobs geschaffen, davon ein Großteil für Ältere

Wien (OTS/PWK581) - "Anstatt sich neue Belastungen für Unternehmen auszudenken, sollte der ÖGB lieber überlegen, wie den Betrieben die Beschäftigung erleichtert wird", kritisiert Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftkammer Österreich (WKÖ), die Belastungsideen des ÖGB. "Die österreichischen Unternehmen beschäftigen derzeit trotz schwieriger Wirtschaftslage rund 54.000 Menschen - darunter großteils Ältere - mehr als vor einem Jahr. Damit trägt die Wirtschaft ganz wesentlich zur raschen Budgetkonsolidierung bei", betont Hochhauser.

Die WKÖ erteilt der Forderung nach einem Malus für die unterdurchschnittliche Beschäftigung Älterer aus mehreren Gründen eine Absage: "Erstens steigt die Beschäftigung Älterer ohnehin rasant an, zweitens haben sich Malus-Modelle in der Vergangenheit etwa in Frankreich als kontraproduktiv erwiesen. Und drittens sollten Unternehmen nicht deshalb bestraft werden, weil sie vermehrt Jungen eine Chance geben. Und nicht zuletzt müssen Betriebe bereits jetzt bei Kündigungen eine Auflösungsabgabe von 110 Euro zahlen."

Mehr Beschäftigung, wenn Rahmenbedingungen stimmen
Die Beschäftigung steigt, wenn die Rahmenbedingungen stimmen: "Der ÖGB kann selbst die Beschäftigung Älterer fördern, indem er gemeinsam mit der Wirtschaftskammer und ihren Fachverbänden die Gehaltskurven in den Kollektivverträgen verflacht und für die Senkung von Lohnnebenkosten eintritt." Hochhauser verweist hier auf das letzte Sparpaket, das etwa auch Arbeitslosenversicherungsbeiträge für Ältere eingeführt hat. "Für Anreize, etwa einen Bonus für Unternehmen, die Ältere einstellen und weiterbilden, und intelligente Alternativen zur Auflösungsabgabe ist die Wirtschaft zu haben, nicht aber für weitere Belastungen".

Die Beschäftigungslage in der Zeitarbeitsbranche ist traditionell ein Frühindikator für die Konjunktur. Trüben sich Konjunktur und Stimmung ein, spürt das die Branche als erste, hellen sie sich auf, sind die Zeitarbeitsunternehmen die ersten, die wieder einstellen. "Zeitarbeitsunternehmen sind wertvolle Partner des AMS, zudem sind Zeitarbeitnehmer in Österreich weit besser geschützt als in anderen Ländern", stellt Hochhauser klar.

Investitionsanreize als positive Impulse setzen
Statt Strafen zu verlangen sollten die heimischen Unternehmen angesichts der schwierigen Wirtschaftlage jetzt mit Investitionsanreizen unterstützt werden, betont Hochhauser. Ein richtiger Schritt in diese Richtung wäre die von der Wirtschaftskammer geforderte Investitionszuwachsprämie Neu (IZP). Eine zehnprozentige Prämie (bei einer Prämienhöchstgrenze von 100.000 Euro) würde Kosten von ca. 80 Millionen Euro bedeuten. Die WKÖ rechnet dabei mit einem Investitionszuwachs von rund 4 Prozent, das wäre ein Volumen von 800 Millionen Euro. Hochhauser: "Dies würde einen Beschäftigungseffekt von rund 7.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen bedeuten und die Wertschöpfung steigern". (PM)

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