Bagatellisierung von offenem Antisemitismus darf nicht toleriert werden

Polizeipräsident versichert vollständige Aufklärung des Vorfalls am Schwedenplatz

Wien (OTS) - Ich sehe eine große Gefahr in der Passivität einzelner Beamter der Exekutive gegenüber antisemitischer Aggression. Einen Rabbiner schutzlos den antisemitischen Beschimpfungen eines Fußballfans zu überlassen, wie am Donnerstag vergangene Woche am Schwedenplatz geschehen, kann nicht mit Deeskalation argumentiert werden und bedarf einer dringenden Korrektur. Antisemitismus darf nicht ein tolerierter Bestandteil der Fußballkultur sein.

Parallelen zu den kraftlosen Reaktionen seitens Politik und Gesellschaft auf Straches antisemitische Karikatur und jenem Vorfall am Freitag sind für mich eindeutig und tragen zu einer Verringerung der Hemmschwelle für antisemitischer Ausfälle bei.

Die Israelitische Kultusgemeinde pflegt zu der Führungsebene der Exekutive seit langem einen guten Kontakt und kann sich hinsichtlich Sicherheitsfragen auf eine ausgezeichnete Kooperation verlassen. Polizeipräsident Dr. Pürstl hat mir in einem Telefonat seine Bestürzung über den Vorfall versichert und der IKG vollständige Aufklärung zugesagt. Wiederbetätigung im nationalsozialistischen Sinne wird gemäß den Bestimmungen des Verbotsgesetzes selbstverständlich geahndet.

Angesichts der Tatsache, dass Antisemitismus in Europa wieder aufflammt, ist die Bagatellisierung antisemitischer Ausfälle, seien es Karikaturen, Beschimpfungen, tätliche Angriffe etc., aufs schärfste zu verurteilen.

Oskar Deutsch,
Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

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