ÖGB-Achitz: Malus für Unternehmer, die Ältere auf die Straße setzen

Zahl der Arbeitslosen über 50 überdurchschnittlich gestiegen

Wien (OTS/ÖGB) - Auch im August ist die Zahl der über-50-jährigen Arbeitslosen wieder deutlich gestiegen: Um 10,7 Prozent mehr Ältere waren arbeitslos gemeldet als ein Jahr zuvor. Insgesamt gibt es um 6,1 Prozent mehr Arbeitslose als Ende August 2011. "Die Arbeitswelt muss alternsgerecht werden, und es muss für die Unternehmer deutlich teurer werden, ältere Beschäftigte auf die Straße zu setzen", fordert Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB. Unternehmen, die keine oder zu wenig ältere ArbeitnehmerInnen beschäftigen, sollen einen Malus zahlen; Firmen, die überdurchschnittlich viele Ältere beschäftigten und sich um eine altersgerechte Gestaltung der Arbeitsplätze kümmern, dafür mit einem Bonus belohnt werden.++++

Damit die Menschen länger gesund und arbeitsfähig bleiben, müssten die Arbeitgeber ihre Fürsorgepflicht ernster nehmen: "Es liegt in der Verantwortung der Unternehmen, dass sie die Arbeitsplätze so gestalten, dass sie nicht krank machen", sagt Achitz. Vor allem Rückenbeschwerden und psychische Probleme gehen oft vom Arbeitsplatz aus, oder sie werden durch die Arbeit verstärkt. Deshalb muss auch die Prävention am Arbeitsplatz ansetzen. Der ÖGB fordert ein Präventions- und Gesundheitsförderungsgesetz, das die Unternehmen in die Pflicht nimmt. Achitz: "Nur so können teure chronische Krankheiten verhindert werden."

Überlange Arbeitszeiten machen krank

Auch überlange Arbeitszeiten machen erwiesenermaßen krank - und Überstunden sind ein Ausdruck der ungerechten Verteilung der vorhandenen Arbeit. "Dagegen hat der ÖGB ein Modell vorgelegt, das Überstunden reduziert, indem es sie für die Betriebe teurer macht", so Achitz. Es sieht eine Abgabe in Höhe von einem Euro pro Überstunde vor. Die Einnahmen sollen zur einen Hälfte dem AMS, zur anderen dem Gesundheitssystem zugute kommen.

Leiharbeiter-Fonds rasch umsetzen

Um 11,4 Prozent ist die Zahl der arbeitslosen LeiharbeiterInnen gestiegen - "weil die Arbeitskräfteüberlasser die Leiharbeiter nach einem Einsatz sofort kündigen, anstatt sie bis zum nächsten Einsatz weiter zu beschäftigen. Damit lagern sie ein typisches Unternehmerrisiko ans AMS aus - und die Allgemeinheit trägt die Kosten", kritisiert Achitz. Daher muss der geplante Sozial- und Weiterbildungsfonds für die Leiharbeitsbranche rasch Wirklichkeit werden. Aus diesem Fonds sollen die seriösen Firmen, die ihre Beschäftigten auch nach Ende eines Einsatzes weiterbeschäftigen, unterstützt werden.

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