Terraristikbörse "Exotica": Spontankäufe ohne Wissen über anspruchsvolle Haltungsbedingungen

VIER PFOTEN fordert Verbot dieser Handelsplätze - Humoristische Aktion an der Donau

Wien/St. Pölten (OTS) - Auch bei der diesjährigen Terraristikbörse "Exotica", die gestern, am 2. September, in St. Pölten stattfand, haben viele Besucher exotische Tiere erworben, von deren Haltung sie aufgrund unzureichender Informationen vor Ort viel zu wenig Ahnung haben. Dies berichtet VIER PFOTEN-Kampagnenleiterin Nikola Furtenbach, die auf der Messe Zeugin unzähliger Verkaufsgespräche wurde. Außerdem, so Furtenbach, waren die Bedingungen, unter denen die Tiere ausgestellt wurden, erneut katastrophal.

"Die Tiere waren, wie auch schon in den Jahren davor, in winzige Boxen gepfercht, die absolut keine Bewegungsfreiheit erlaubten", erzählt Furtenbach. Als zusätzlicher Stressfaktor werden die Tiere auf solchen Börsen immer wieder angefasst oder aus ihren Behältnissen herausgenommen. Sie sind einem enormen Geräuschpegel ausgesetzt und haben in der Regel stundenlange Transporte vor und hinter sich. "Leider sind solche Börsen in Österreich nach wie vor völlig legal, was unserer Ansicht nach ein Skandal ist", kritisiert Furtenbach.

Das Personal kümmert sich in der Regel nicht darum, ob Käufer auch über die nötigen Voraussetzungen zur Haltung der anspruchsvollen Tiere verfügen. "Jeder Laie kann sich exotische Wildtiere anschaffen. Viele Arten kosten nur ein Taschengeld, was die Gefahr von Spontankäufen erhöht. Eine junge Schlange, die ausgewachsen bis zu 1,50 Meter lang wird, wurde zum Beispiel um nur 10 Euro angeboten. Dass dabei alle zukünftigen Halter die teils erheblichen Folgekosten und die komplizierten Haltungsanforderungen kennen, können wir nach diesem Lokalaugenschein ausschließen", so Furtenbach.

Keine exotischen Wildtiere in Privathaushalten!

Generell haben exotische Wildtiere aus Tierschutz-, aber auch aus Sicherheitsgründen in Privathaushalten nichts verloren, meint VIER PFOTEN. Dies wurde erst vor kurzem wieder in Kärnten deutlich: Nicht nur in der Drau wird nach einem wahrscheinlich ausgesetztem Krokodil gesucht, auch im Lavanttal wurde nach einem anonymen Hinweis ein Krokodil in Privatbesitz beschlagnahmt.

Die Tierschutzorganisation unterstützt auch den bereits im Vorjahr an den zuständigen Minister Alois Stöger gerichteten parlamentarischen Initiativantrag der Oppositionsparteien: Dem zufolge soll der Kauf exotischer Tiere durch Private stark eingeschränkt werden und außerdem ein Sachkunde-Nachweis potenzieller Käufer verpflichtend werden. Tierbörsen wie die "Exotica" sollen verboten werden.
Nikola Furtenbach: "Unsere Forderungen gehen allerdings darüber noch hinaus: Wir wollen ein generelles Verbot von exotischen Tieren in Privathaushalten - die Tiere können dort einfach nicht artgerecht gehalten werden ."

VIER PFOTEN Aktion "Keine Krokodile in die Donau-Auen!"

VIER PFOTEN hofft nun, dass die damit befasste Arbeitsgruppe im Tierschutzrat und Bundesminister Stöger die Anliegen der Oppositionsparteien sowie der Tierschützer ernst nehmen und eine entsprechende Änderung auf Gesetzesbasis im Sinne des Tierschutzes, aber auch zur Erhöhung der Sicherheit der Bevölkerung vornehmen. Zur Verstärkung ihres Anliegens und um die Bevölkerung auf humorvolle Weise auf die Sicherheitsprobleme durch Exotenhaltung aufmerksam zu machen, haben MitarbeiterInnen der Tierschutzorganisation am Wochenende unter dem Motto "Keine Krokodile in die Donau-Auen!" mit Plastikkrokodilen in der Donau posiert (siehe Foto anbei).

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragen & Kontakt:

Elisabeth Penz
Press Office Austria
Tel: + 43 (0)1 895 02 02 - 66
Fax: + 43 (0)1 895 02 02 - 99
Mobil: + 43 (0)664 3086303
elisabeth.penz@vier-pfoten.org

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPF0001