Hundstorfer: Arbeitsmarkt im August stabiler - Beschäftigung steigt weiter stark an

Österreich einziges EU-Land mit einer Arbeitslosenquote unter fünf Prozent

Wien (OTS/BMASK) - Ein gebremster Anstieg der Arbeitslosigkeit und weiterhin stark steigende Beschäftigung charakterisieren die Arbeitsmarktentwicklung im August, berichtet Sozialminister Rudolf Hundstorfer anlässlich der Präsentation der Arbeitsmarktdaten für den Monat August. Mit 231.661 Arbeitslosen steigt die Arbeitslosigkeit um 13.414 Betroffene oder 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Schulungen erhöhen sich um 2.348 oder 4,3 Prozent auf 56.562, sodass insgesamt 289.223 Menschen (+15.762 oder +5,8 Prozent) beim AMS gemeldet waren. "Damit verlangsamte sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit deutlich. Im Juli war die Arbeitslosigkeit noch um 18.126 gestiegen und die Zahl der SchulungsteilnehmerInnen wuchs mehr als doppelt so stark wie im August", so Hundstorfer. Österreichs Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent ist nach wie vor die geringste in der gesamten EU und Österreich ist das einzige Land mit weniger als fünf Prozent Arbeitslosenquote. ****

"Ende des Sommers drängen traditionell mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt. 2011 gab es Ende August um 9.504 Arbeitslose mehr als im Vormonat. Heuer ist die Zahl der Arbeitslosen im August nur halb so stark angewachsen, nämlich um 4.792", erläuterte der Sozialminister. Gleichzeitig steigt die Beschäftigung weiterhin kräftig: im August 2012 waren um 54.000 Menschen mehr aktiv beschäftigt als noch vor einem Jahr. Vor allem Industrie, Handel, Tourismus und der Bau erhöhten zuletzt die Zahl der Arbeitskräfte.

Nach vielen Monaten starker Rückgänge sinkt die Zahl der offenen Stellen nur mehr um zwei Prozent. "Diese Anzeichen einer Stabilisierung am Arbeitsmarkt bei stark wachsender Beschäftigung dürfen angesichts der internationalen Wirtschaftsentwicklung jedoch nicht überwertet werden. Die Wirtschaft schrumpft in den Nachbarstaaten Italien, Slowenien, Ungarn und Tschechien und vielen anderen EU Staaten. Das Wachstum hat sich auch bei unserem wichtigsten Handelspartner Deutschland verlangsamt und die Massenarbeitslosigkeit in der EU stieg im Vorjahresvergleich um 2,1 Millionen an. Mehr als 25 Millionen Männer und Frauen in der EU suchen nach einem Arbeitsplatz", sagte Hundstorfer.

Bei Jugendlichen (+3,2 Prozent Arbeitslosigkeit), Frauen (+4,5 Prozent) und ÖsterreicherInnen (+4,5 Prozent) entwickelt sich die Arbeitslosigkeit etwas besser als bei Männern (+7,7 Prozent) , Älteren (+10,7 Prozent) und AusländerInnen (+13,2 Prozent). Allerdings steigt auch die Beschäftigung von Älteren und AusländerInnen besonders stark an.

Bei den Jugendlichen bis 19 Jahre sinkt die Arbeitslosigkeit um 1,7 Prozent. Der Lehrstellenmarkt zeigt erstmals seit langem keine Verbesserung an: der minimale Anstieg um neun Lehrstellensuchende und der geringe Rückgang an offenen Lehrstellen um 22 Stellen allerdings noch keine Trendwende am Lehrstellenmarkt dar. "Die gestiegene Zahl an Lehrstellensuchenden dürfte an den ersten Erfolgen des Jugendcoachings liegen. Denn auffällig ist der Anstieg der Lehrstellensuchenden in der Steiermark und Wien, jenen Bundesländern in denen das Jugendcoaching bereits läuft. Sinn des Jugendcoaching ist es, Jugendlichen, die nach ihrer Pflichtschulausbildung keine Perspektive haben und keine weiterführende Bildung machen wollen, Möglichkeiten aufzuzeigen. Jugendliche werden motiviert weiter eine Bildung, wegen Schulmüdigkeit häufig eine praxisnahe Lehrausbildung zu machen. Wenn sich mehr Jugendliche dadurch beim AMS melden und vom AMS bei der Lehrstellensuche unterstützt werden oder eine überbetriebliche Lehrausbildung machen ist das positiv. Auch die Mindestsicherung, die vor genau zwei Jahren eingeführt wurde, bezieht SozialhilfebezeiherInnen in die Arbeitsmarktpolitik ein und brachte vielen einen Arbeitsplatz, schlägt sich aber auch in der Arbeitslosenstatistik nieder", unterstrich der Sozialminister.

Die Arbeitslosigkeit steigt in der Industrie nach wie vor nur leicht an (+2,8 Prozent), auch der Handel (+4,4Prozent) entwickelt sich besser als der Durchschnitt. Weiterhin besonders stark steigende Arbeitslosigkeit gibt es in der Leiharbeitsbranche (+11,4 Prozent) und das obwohl die Beschäftigten dieser Branche schon bisher das höchste Arbeitslosigkeitsrisiko aller Branchen tragen. "Die geplante Reform des Arbeitskräfteüberlassungsgesetzes und die geplante Einführung eines Weiterbildungsfonds der Arbeitslose und in Stehzeiten die Beschäftigten durch Weiterbildung unterstützt, wird die Lage der Menschen in dieser Branche verbessern", schloss Hundstorfer. (Schluss)

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