Ein Tief mit gutem Ausblick - Leitartikel von Alois Vahrner

Trotz der Tiefststände bei Umfragen scheint an der ÖVP nach den nächsten Wahlen sowohl auf Bundesebene als auch in Tirol kein Weg vorbeizuführen.

Innsbruck (OTS/TT) - Wenn Bundeskanzler und SPÖ-Chef Werner
Faymann eigens nach St. Johann im Pongau pilgert, um mit Grünen-Chefin Eva Glawischnig auf deren Sommer-Tour in die romantische Liechtenstein-Klamm zu wandern, dann war das politische Signal nicht nur erwünscht, sondern sogar einziger Zweck: Nach dem Vorbild Wiens ist Rot-Grün nach der Nationalratswahl 2013 eine, wenn nicht die Lieblings-Variante der beiden Parteien auch im Bund.

Wenn sich die Ereignisse nicht völlig überschlagen, wird das freilich ein frommer Wunsch bleiben, weil eine Mehrheit zurzeit unerreichbar scheint. Schon derzeit machen fünf Parlamentsparteien nur die Dauer-Koalition aus SPÖ und ÖVP möglich. Bleibt das BZÖ drinnen und würden auch noch Piraten und Frank Stronach ins Hohe Haus einziehen, wäre auch Rot-Schwarz nicht mehr möglich. Und auch wenn die durch die Korruptionsaffären weit stärker als FPÖ und BZÖ gebeutelte ÖVP in Umfragen abgeschlagen nur auf Platz drei liegt, führt an ihr wohl kein Weg vorbei, dann wohl in einer Dreier-Ehe mit SPÖ und Grünen, vor denen in einer Partei-Fibel so heftig gewarnt wurde. Oder mit Blau (und Orange?), die man bisher nicht ausgeschlossen hat.

In Tirol dümpelt die ÖVP laut neuer TT-Umfrage weiterhin auf historisch niedrigem Niveau. Trotzdem: Wäre die eigentlich alarmierende Umfrage auch das Wahlresultat, ginge sich die von manchen Strategen bei SPÖ, Grünen und Fritz Dinkhauser erhoffte Anti-ÖVP-Koalition mit zusammen 39 Prozent bei Weitem nicht aus. Und die VP könnte sich wie schon beim letzten Mal den Koalitionspartner einfach aussuchen.

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