Neues Volksblatt: "Loch Ness" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 24. August 2012

Linz (OTS) - In den Ferien haben normalerweise auch die Schulpolitiker und -experten Ferien. Heuer war es etwas anders, weil manche nach dem olympischen Medaillen-Flop in London meinten, auch dafür sei die Schule zuständig. Man müsse sozusagen in der Schule mit der Aufzucht der Olympiasieger beginnen. Jetzt, vor dem Ende der Ferien, normalisiert sich die Bildungsdebatte wieder; es geht wieder um die Gesamtschule, was sonst? Die Linken und andere, die meinen, sie müssten Fortschrittlichkeit demonstrieren, sind für die Einheitsschule der Zehn- bis 15-Jährigen; die anderen sind dagegen, weil sie sich wie die oberösterreichische Bildungslandesrätin Doris Hummer heute im VOLKSBLATT-Interview - Seiten 4 und 5 - fragen, warum ein einziger Schultyp für die vielfältigen Begabungen und Vorlieben der jungen Menschen, von der Technik bis zu Sport oder Musik, besser sein soll als ein breit gefächertes Angebot. Und die sich außerdem noch fragen, ob es wirklich gut für alle Kinder ist, wenn sie täglich von acht Uhr früh bis fünf Uhr Nachmittag in der Schule sein müssen - und ob das gut für den Zusammenhalt in der Familie ist. Diese Diskussion wird uns begleiten, jedenfalls bis zur Nationalratswahl in gut einem Jahr. Und die tägliche Turnstunde wird in regelmäßigen Abständen auftauchen und verschwinden - wie das Ungeheuer von Loch Ness.

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