Verzögerung der Online-Wechselplattform der Strom- und Gaslieferanten durch E-Control

Wien (OTS) - Die Regulierungsbehörde E-Control hat die erforderlichen Ressourcen für die Umsetzung der Online-Wechselplattform für den Strom- und Gasbereich großteils gestrichen, wodurch die Strom- und Gasverrechnungstellen APCS, AGCS und A&B bis auf Weiteres gezwungen sind, die Umsetzung auszusetzen.

Gemäß ElWOG und GWG sind die Clearingstellen für den Strom- und Gasmarkt (APCS, AGCS und A&B) verpflichtet, eine elektronische Plattform zu betreiben, damit die Datenkommunikation beim Kundenwechsel in Zukunft automatisiert abgewickelt wird. Damit soll gewährleistet werden, dass die Wechselverfahren für einige Millionen Strom- und Gaskunden in Österreich in Zukunft standardisiert über eine zentrale Plattform erfolgen. Gemäß einer Verordnung der E-Control vom Mai dieses Jahres soll diese Plattform mit 02.01.2013 in Betrieb gehen.

Im laufenden Tarifverfahren der Verrechnungsstellen wurde nun der Großteil der dafür bereits aufgewendeten und in Zukunft notwendigen Ressourcen gestrichen, manche Positionen sogar bis auf null reduziert. Da es entsprechende Aufsichtsratsbeschlüsse bezüglich der Umsetzung und Finanzierung nur bei Anerkennung der notwendigen Ressourcen durch den Regulator gibt, ist der Vorstand der unabhängigen Verrechnungsstellen gezwungen das Projekt vorerst auszusetzen, da er andernfalls gegen das Aktiengesetz verstoßen würde.

Das Mitglied des Vorstandes, Wolfgang Aubrunner, äußerte sich enttäuscht: "Wie man teilweise ohne Ressourcen ein solches Projekt durchführen kann, konnten uns die Mitarbeiter der Regulierungsbehörde selbst nicht beantworten. An diese Wechselplattform sind in Österreich hunderte Gas- und Stromversorger und Netzbetreiber mit deren IT anzuschließen und all diese Unternehmen werden mit dem System kommunizieren. Dies bedarf auch einer Betreuung durch die Verrechnungsstellen und ist auch in der Verordnung auf diese Weise geregelt. So soll laut Regulator die Verfügbarkeit inklusive Hotline von 8:00-20:00 Uhr mit nur 1/5 eines Mitarbeiters gewährleistet werden - das ist nur ein Beispiel von vielen. Diese Angelegenheit wird deshalb mit dem Aufsichtsrat in der kommenden Aufsichtsratssitzung zu diskutieren sein, der 02.01.2013 ist damit aber nicht mehr haltbar. Dass die Branche mit dem engen Zeitplan keine Freude hatte, ist wohl bekannt, dass nun aber die Regulierungsbehörde selbst Maßnahmen setzt, die Umsetzung zu verzögern überrascht uns."

Herr Aubrunner meint weiter: "Sobald die Finanzierung des Umsetzungsprojektes als auch die Anerkennung der Betriebskosten durch die E-Control bescheidmäßig erfolgt ist, werden wir wieder wie bisher mit Volldampf an der Umsetzung arbeiten. Aufgrund der nun eingetretenen Situation wird es jedoch zu einer deutlichen Verschiebung der Einführung kommen. Dies ist umso ärgerlicher, da die Vorarbeiten für das Projekt in time abgeschlossen wurden und auch ein Systemlieferant ausgeschrieben und ausgewählt wurde. Nun sind wir gezwungen, die Beauftragung für die technische Umsetzung, die eine wesentliche finanzielle Komponente beinhaltet, hintanzuhalten."

Der Vorstand der Strom- und Gasverrechnungsstellen geht davon aus, dass die E-Control die erforderlichen finanziellen als auch personellen Ressourcen für dieses Großprojekt anerkennen wird, da auch ein wesentlicher Kundennutzen für alle Österreicherinnen und Österreicher dahinter steht. Gegebenenfalls müssen Gutachter über dieses Thema zusätzlich befinden.

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