GPA-djp-Katzian: Überstundenentlohnung bestätigt Handlungsbedarf

Umgehung gesetzlicher und kollektivvertraglicher Regeln bedeutet auch weniger Einnahmen für Sozialversicherungen

Wien (OTS/ÖGB) - "Jede fünfte Überstunde in Österreich wurde im Jahr 2011 von den Arbeitgebern nicht entlohnt. Die Beschäftigten haben insgesamt 66,9 Millionen Überstunden umsonst geleistet -eindrucksvoller lässt sich der Handlungsbedarf nicht belegen: das Volumen der Überstunden und insbesondere der nicht bezahlten ist immer noch viel zu hoch", kommentiert Wolfgang Katzian, Vorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) die aktuelle Anfragebeantwortung. Besorgnis erregend sei auch die Tatsache, dass Frauen, denen laut Statistik Austria durchschnittlich 28,5 Prozent ihrer Mehrarbeit nicht bezahlt werden, stärker betroffen sind als Männer, die "nur" 19,5 Prozent ihrer Überstunden unentgeltlich leisten. Das bedeutet nicht nur einen finanziellen Nachteil für die betroffenen Beschäftigten im Rahmen ihres Dienstverhältnisses und in der Pension, auch den Sozialversicherungen entgehen damit jährlich Einnahmen in Millionenhöhe.

"Im Hinblick auf den in den vergangenen Jahren anhaltenden Trend zur Teilzeitbeschäftigung, insbesondere für Frauen, sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass es sich auch dabei um Arbeitsverhältnisse mit allen rechtlichen und kollektivvertraglichen Absicherungen wie z. B. Teilzeitzuschlag, Urlaubsentgelt, Krankenentgelt sowie eben die klar geregelte Auszahlung von Überstunden handelt. Genau diese Rechte werden von vielen Unternehmen missachtet, diese Arbeitsverhältnisse also zum Drücken der Lohnkosten missbraucht", erklärt Katzian.

"Wir wissen aufgrund von Berichten vieler Betroffener in Teilzeitarbeit, dass vor allem im Handel, im Call Center Bereich, im Werbungs- und Marketingbereich, im Medienbereich aber auch in anderen Branchen die Auszahlung des gesetzlich vorgesehenen 25 Prozent Teilzeitzuschlages oft nicht korrekt durchgeführt wird. Auch bei der Einstufung der Beschäftigten in die richtige Gehaltsgruppe, die wir heuer bereits in einer Aktionswoche thematisiert haben, kommt es immer wieder zu Problemen", so Katzian weiter.

Die GPA-djp wird den Druck in Richtung der korrekten Einstufungen besonders bei Frauen weiter aufrecht erhalten und lädt Betroffene ein, mit der GPA-djp Kontakt aufzunehmen, um zu den ihnen zustehenden Rechten zu kommen, so Katzian abschließend: "Die Bekämpfung von Einkommensdiskriminierung, ob durch falsche Einstufung oder durch nicht ausbezahlte Überstunden, bleibt auf unserer Agenda ganz oben. Wir werden nicht locker lassen - wir wollen den Beschäftigten gemeinsam mit den BetriebsrätInnen durch Aufklärung und Information zur Durchsetzung ihrer in den Gesetzen und Kollektivverträgen verankerten Rechte verhelfen!"

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