Lichtenecker zu Alpbach: Rahmenbedingungen für den Innovationsstandort Österreich stärken

Grüne: Österreich als Zielland für die besten Köpfe - Rot-Weiss-Rot Card für BachelorabsolventInnen

Wien (OTS) - "Wenn tausende BürgerInnen mit Matura und Hochschulabschluss jährlich Österreich verlassen, aber Österreich nur mäßig attraktiv für ausländische ForscherInnen ist, dann ist das eine besorgniserregende Entwicklung. Österreich muss möglichst interessant und attraktiv für ForscherInnen aus aller Welt werden, fordert Ruperta Lichtenecker, Forschungs- und Wirtschaftssprecherin der Grünen und Vorsitzende des Ausschusses für Forschung, Innovation und Technologie im Parlament, zum Beginn der Technologiegespräche beim Forum Alpbach. "Die Regierung muss endlich für Rahmenbedingungen sorgen, dass ForscherInnen und wissenschaftliches Personal auch in Österreich exzellente Infrastruktur für Forschung und Planbarkeit vorfinden und dadurch optimale Bedingungen für eine wissenschaftliche Karriere haben. Solange das nicht gewährleistet ist, wird es weiterhin zu einer Abwanderung der besten Köpfe kommen", sagt Lichtenecker und fordert die Ausweitung der Rot-Weiß-Rot-Card auch auf HochschulabsolventInnen mit Bachelorabschluss. "Das wäre der vernünftige und logische Schritt in die richtige Richtung", sagt Lichtenecker.

"Für die Attraktivierung der Rahmenbedingungen für ForscherInnen aus dem Ausland und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchs ist ein offenes Klima von Nöten.Es braucht verbesserte Zugänge für Familienangehörige auf dem Arbeitsmarkt und vermehrt Angebote an englischsprachigen Bildungseinrichtungen - von Kindergärten, über Schulen bis zu den Universitäten", betont Lichtenecker.

"Ein nächster wichtiger Baustein zur Stärkung des Innovationsstandortes Österreich ist die deutliche Erhöhung der Budgetmittel für Grundlagenforschung. Diese beträgt gegenwärtig 0,53% des BIPs. Außerdem braucht es eine fundamentale Stärkung der Hochschulausbildung und die grundlegenden Reform des Bildungswesens um auch die Basisbildung in breiten Schichten zu stärken ", fordert die Grüne Forschungssprecherin.

Nimmt man die Ergebnisse des aktuellen ,Innovation Union Scoreboard' ernst, so zeigen sich auch klare Defizite in Österreich im Bereich Risikokapital und Innovationstätigkeit in Klein- und Mittelbetrieben. Lichtenecker fordert die Regierung umgehend auf, wirksame Maßnahmen zu setzen. "Helfen könnte dabei ein konsequenter Abbau der Bürokratie in der Forschungsförderung und eine Erleichterung des Zugangs zu Risikokapital", sagt Lichtenecker. Zudem ist laut Lichtenecker eine umgehende Evaluierung der steuerlichen Forschungsförderung längst überfällig. "Eine Staffelung der Forschungsprämie nach Betriebsgröße ist der richtige Ansatz um das Innovationspotential der kleinen und mittleren Unternehmen zu stärken. Ich halte es für einen effizienten Ansatz dort verstärkt zu fördern, wo es wirklich notwendig ist, um Ideen zum Durchbruch zu verhelfen und neue Arbeitsplätze zu schaffen", meint Lichtenecker.

Abschließend fordert Lichtenecker die Regierung auf, endlich einen Vorschlag für das in der Forschungs- Technik- und Innovationsstrategie im März 2011 angekündigte Forschungsfinanzierungsgesetz vorzulegen. "Da Ministerin Fekter jetzt mit den Budgetverhandlungen beginnt, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt dafür", sagt Lichtenecker.

"Die Innovationsleistung in Österreich stagniert seit drei Jahren. Es ist auffällig, dass der Abstand zu den erfolgreichsten Ländern im Bereich Innovation immer größer wird. Erst Anfang Juli ist Österreich im ,Global Innovation Index (GII)' um drei Plätze auf Rang 22 abgerutscht. Auch der ,Innovation Union Scoreboard 2011' der Europäischen Union zeigt auf, dass Österreich, entgegen den Zielen des Regierungsprogramms und der beschlossenen Strategie für Forschung, Technologie und Innovation (FTI-Strategie), nicht zu den "Innovation leadern" aufschließen kann, sondern im Mittelfeld steckenbleibt.", kritisiert Lichtenecker.

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