John Cage - Ein Ö1-Schwerpunkt mit Auftragskomposition "Cage stehlen" und "Befreiungsaktion für John Cage"

Wien (OTS) - Am 5. September jährt sich der Geburtstag von John Cage zum 100. Mal. Aus diesem Anlass widmet Ö1 dem amerikanischen Komponisten und Künstler von 1. bis 9. September einen Schwerpunkt -u.a. mit der Befreiungsaktion "Uncage Cage" und einer Ö1-Auftragskomposition.

John Cage war ein Komponist, der in Literatur und bildender Kunst nicht weniger Spuren hinterließ als in der so genannten ernsten Musik, Mentor der Fluxus-Bewegung, Wegbereiter mehrerer Musikrichtungen des 20. Jahrhunderts. Zum Auftakt des Ö1-Schwerpunktes beleuchtet "Diagonal" am 1.9. (17.05 Uhr) in "Acht mal acht Fragmente" Leben und Werk des Künstlers - sozusagen in Anlehnung an die 8 x 8 = 64 Kombinationen des I Ging, das Cage in vielen seiner Kompositionen befragte, um Variablen festzulegen. Im "Radiokolleg" vom 3. bis 5.9. (jeweils um 9.45 Uhr) stellt Gerhard Pretting Leben und Werk von "Cages Kollegen" vor: Aaron Copland, Morton Feldman, Henry Cowell, Conlon Nancarrow - "Vier Komponisten der amerikanischen Avantgarde" (Wh. jeweils um 22.40 Uhr).

Im von Ursula Strubinsky gestalteten "Zeit-Ton - John Cage und die Komponist/innen" kommen am 3.9. (23.03 Uhr) Klaus Lang, Christoph Herndler und Matthias Kranebitter zu Wort -Musikschaffende, deren Musik ohne John Cage vermutlich anders klingen würde. Zu einem "Mushroom Talk" lädt das "Hörspiel-Studio" am 4.9. (21.00 Uhr). Zeitlebens beschäftigte sich John Cage mit Pilzen. Anlässlich seines 75. Geburtstages hat der Westdeutsche Rundfunk zu einem öffentlichen Pilze-Essen eingeladen. Unter dem Blitzlichtgewitter der Fotografen plauderte der Künstler mit Freunden über Zen-Budhismus, Literatur, seine Ablehnung von Quint und Terz oder das Geschlechterleben von Pilzen und erzählte Schnurren und Anekdoten aus seinem Leben. Mit John Cage, Dieter Schnebel, George Brecht, Gerhard Rühm, Frans von Rossum, Wolfgang Becker-Carsten und Klaus Schöning. "John Cage und die (freie) Improvisation" steht im Mittelpunkt eines von Nina Polaschegg gestalteten "Zeit-Ton" (23.03 Uhr). Was hat John Cage darunter verstanden? Und warum lehnte er sie ab?

Am 5. September, Cages Geburtstag, stehen zwei Sendungen im Zeichen von John Cage: "Inderterminacy", Unbestimmtheit, heißt eine Sammlung von 90 Kurzgeschichten zu je einer Minute von John Cage, die der Autor mit David Tutor, dem Pianisten und jahrzehntelangen Weggefährten, 1959 im Columbia Teachers College zur Uraufführung brachte. Elke Tschaikner und Christian Scheib präsentieren in ihrer gleichnamigen Sendung (19.30 Uhr) einige dieser Geschichten erstmals auf Deutsch. Dazu hat der Turntablist dieb13 als Kompositonsauftrag von Ö1 aus Cage-Schallplatten neue Musik mit dem Titel "Cage stehlen" komponiert. Und in der "Langen Nacht des John Cage" heben Hannes Eichmann und Christian Scheib nationale und internationale bits & pieces mit, zu und von John Cage und anderen Cage-Schätzen aus den Archiven der ORF-Radios (23.03 Uhr).

"You don't have to call it music, if the term shocks you", sagte John Cage. Transakustik nannten es Nikolaus Gansterer, Matthias Meinharter, Jörg Piringer und Ernst Reitermaier und gründeten 1998 das "Institut für transakustische Forschung". Am 7.9. gestalten sie mit Susanne Niedermayr das "Zeit-Ton extended - Hearing Cage" (23.03 Uhr) live aus dem Hörspielstudio des Funkhauses und präsentieren Experimente, Konzepte, Kompositionen, Lectures und Versuchsanordnungen, die dem Komponisten vermutlich Freude bereitet hätten.

Den Abschluss zum umfassenden Ö1-Schwerpunkt setzt "Kunstradio -Radiokunst" unter dem Titel "The city wears a slouch hat" am 9.9. (23.03 Uhr) mit neuen Radiokunstarbeiten, die im Rahmen des John-Cage-Projektes der EBU Ars Acustica Gruppe entstanden sind -u.a. mit dem Sprachkünstler und Performer Chris Mann.

Das ORF Radio-Symphonieorchester führt am 11.10. die vier Minuten 33 Sekunden vermeintlicher Stille, 4' 33" auf (Ö1 am 14.10., 11.03 Uhr) und am 9.11. "Quartets I-VIII for 93 players" (Ö1 am 11.11., 19.30 Uhr) - jeweils im Wiener Konzerthaus unter der Leitung von Chefdirigent Cornelius Meister.

Aber auch Ö1-Hörerinnen und Hörer werden eingeladen an "Uncage Cage", einer Befreiungsaktion für John Cage, teilzunehmen und eine persönliche "disciplined action" als Soundfile und Hommage à Cage einzusenden. Die Ausschreibung im Detail ist abrufbar unter http://oe1.orf.at/johncage. Eine Auswahl präsentiert der Kultursender in der "Langen Nacht des John Cage" am 5.9. und in "Zeit-Ton" am 19.12. "Uncage Cage" ist eine Aktion im Rahmen des John-Cage-Schwerpunktes von Österreich 1. Mehr zum Programm von Ö1 ist im Internet unter oe1.ORF.at abrufbar.

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