Von der Wirtschaftskammer diffamierte Arbeitnehmerin hat keinen Sozialmissbrauch begangen

Linz (OTS) - Mit ihrer gestrigen Aussendung setzt die Wirtschaftskammer ihre Diffamierungskampagne gegen eine Arbeitnehmerin fort. Die Arbeiterkammer bleibt dabei: Der von der Wirtschaftskammer behauptete Sozialmissbrauch hat nicht stattgefunden.

Tatsächlich ist der von der Wirtschaftskammer behauptete Vorwurf die Frau habe ihren Arbeitsplatz unberechtigt verlassen, vom Tisch. Nach dem die Arbeiterkammer mit dem Arbeitgeber die Sach- und Rechtslageverhalt geklärt hat, hat dieser die unberechtigte Entlassung in eine einvernehmliche Auflösung umgewandelt. Die daraus resultierenden Ansprüche wurden bereits bezahlt.

Außerdem hatte die Wirtschaftskammer der Frau unterstellt, sie habe sich de facto unberechtigt krankschreiben lassen ("Für Arbeit zu krank - aber für Disco topfit"). Tatsächlich wurde ihr Krankenstand - bescheinigt von einem Linzer Arzt - kurz darauf vom Chefarzt der Gebietskrankenkasse ausdrücklich bekräftigt. Auch der nächste Vorwurf der Wirtschaftskammer, die Frau habe sich während des Krankenstandes in der Disco vergnügt, bleibt bei näherer Betrachtung nicht viel übrig: Der 14-tägige Krankenstand hätte ursprünglich am Sonntag, 6. Mai, geendet. Der Frau war weder Bettruhe noch ein Ausgehverbot verordnet worden. Aus dem Ausgang am Samstagabend - unmittelbar vor dem Ende des Krankenstandes - ein so verwerfliches Verhalten zu unterstellen ist nicht nachvollziehbar und stellt keineswegs einen Sozialmissbrauch dar. Aufgrund dieses Verhaltens der Frau ist weder dem ehemaligen Arbeitgeber noch der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse ein Schaden entstanden.

"Statt unschuldige Arbeitnehmerinnen zu diffamieren, sollte sich die Wirtschaftskammer lieber um die schwarzen Schafe unter ihren eigenen Mitgliedern kümmern. Über 440 Millionen Euro mussten im Jahr 2011 im Rahmen der Lohnabgabenprüfung durch Prüfer/-innen der Gebietskrankenkasse und der Finanzverwaltung den Unternehmen österreichweit nachverrechnet werden, damit Betriebe ihre Beiträge und Steuern ordnungsgemäß abführen", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Mag. Rainer Brunhofer
Tel.: (0732) 6906-2185
rainer.brunhofer@akooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0003