AK: Auch "schrittweise" bleibt E10 ein teurer Irrweg auf Kosten der KonsumentInnen

Landwirtschaftsminister soll Pläne zur E10-Einführung endlich aufgeben

Wien (OTS) - "Die Einführung des Agrarsprits E10 ist eine Energiepolitik auf Kosten von Konsumentinnen und Konsumenten, aber auch der Umwelt. Der Landwirtschaftsminister muss seine E10-Pläne endlich aufgeben, statt immer neue Umwege zur Durchsetzung der Interessen der Agrarlobby zu suchen", sagt der AK Klima-Experte Christoph Streissler zu Äußerungen des Landwirtschaftsministeriums, notfalls E10 schrittweise in Österreich einzuführen. "Auch bei schrittweiser Einführung bleibt E10 ein teurer Irrweg", so Streissler. Die Zahl der Befürworter von E10 sinkt täglich. Auch in Ländern, wo E10 eingesetzt wird, mehren sich die kritischen Stimmen. "Es ist höchste Zeit, dass der Landwirtschaftsminister diese Tatsachen ernst nimmt", sagt Streissler. "Lebensmittel gehören auf den Teller, nicht in den Tank."

Für die Herstellung von Ethanol werden Mais und Weizen eingesetzt. Das treibt den Preis für Getreide weiter in die Höhe und heizt gleichzeitig wieder die Spekulationen an. Und das bedeutet:
Für Lebensmittel müssen die KonsumtenInnen tiefer in die Geldtasche greifen.In einer Studie von Werner Flassbeck im Auftrag der AK werden Berechnungen zitiert, wonach die Beimischung von Agrosprit zu Preissteigerungen von bis 70 Prozent bei Nahrungsmittelrohstoffen führt. Auch die Welternährungsorganisation FAO warnt vor preistreibenden Effekten. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch Raiffeisen Research. Laut AK Berechnungen würde die E10-Einführung aber auch die AutofahrerInnen unterm Strich mit rund 51 Millionen Euro im Jahr, Produktmehrkosten und Steuern, mehr belasten - und das bei ohnehin extrem hohen Spritpreisen.

Auch die Effekte von Agrosprit für Umwelt und Klima sind umstritten: Ein internes Dokument der EU-Kommission kommt zum Beispiel zum Schluss, dass der verstärkte Einsatz von Biokraftstoffen insgesamt zu höheren Belastungen für das Klima führt als der Einsatz fossiler Kraftstoffe. In dieser Situation ist der verstärkte Einsatz von E10 völlig unverantwortlich.

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