Angewandte-Rektor Gerald Bast fordert Innovationsgesellschaft als Kreativ- statt Technokratiegesellschaft

Wien (OTS) - Im Vorfeld der Alpbacher Technologie- und Universitätsgespräche betont Gerald Bast, Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, die Wichtigkeit von kultureller Bildung für die "Zukunft der Jugend", dem Motto des diesjährigen Forums Alpbach.

Die Zukunft der Jugend ist untrennbar mit der Zukunft unserer Gesellschaft verbunden.

Die von der EU postulierte Wandlung Europas zu einer "Innovation Society" erfordert mehr als eine Fokussierung auf MINT-Fächer, Technologieforschung und Patentzahlen. Bast bezweifelt auch, dass die Zukunft unserer Gesellschaft auf einer "Dritten Industriellen Revolution" (Jeremy Rifkin) aufgebaut werden kann. "Wenn schon Revolution, dann brauchen wir eine 'Kreative Revolution', um die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können", meint Bast.

Die Innovationsgesellschaft müsse gleichzeitig eine Kreativgesellschaft sein, sonst werde sie zu einer Technokratiegesellschaft. Und dazu müssen die Voraussetzungen durch das Bildungssystem geschaffen werden: "Das Erlernen und Erproben von 'Creative Skills' ist dabei mindestens so wichtig wie Fachkompetenz." Auf das Zusammenwirken dieser beiden Komponenten komme es an.

Und Bast geht noch weiter: "Creative Skills müssen zur Kulturtechnik des 21. Jahrhunderts erklärt und dementsprechend im Bildungssystem positioniert werden: Die Fähigkeit unkonventionell zu denken, Vertrautes zu hinterfragen, neue Szenarien entwickeln zu können, in Zusammenhängen denken, kommunizieren und handeln zu können, Staunen hervorzurufen. Je mehr Menschen darin kompetent sind, desto besser ist das für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung."

Die Expertise für die Vermittlung von Creative Skills liege primär bei den Kunstuniversitäten und deren AbsolventInnen.

Und Bast fordert auch konkrete Maßnahmen ein:

- Finanzielle Anreize durch das BMWF und die EU für Universitäten bei der Entwicklung und Umsetzung neuer (interdisziplinärer und interuniversitärer) Studienangebote mit Schwerpunkten in den Bereichen Creative Skills und Cross Disciplinary Innovation Competence und

- qualitative und quantitative Forcierung des Kunstunterrichts an den Schulen auf allen Schulstufen und in allen Schultypen: Das bedeutet LehrerInnenbildung, LehrerInnenfortbildung, Höherqualifizierung der zahlreichen "ungeprüften" KunstlehrerInnen durch die Kunstunis und fächerüberreifenden Projektunterricht durch Kunstpädagogen und andere FachlehrerInnen.

"Wenn man die Entwicklung und Umsetzung kreativer Ideen und Visionen zur genuinen Trademark der Europäischen Union macht, wenn man der Industriellen Revolution eine "Creative Revolution" auf allen Ebenen von Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft folgen lässt, dann hat die Europäischen Union noch Zukunft. Jedenfalls mehr, als durch das Verharren im finanzpolitischen Tunnelblick. Ein Zehntel der Investitionen in die (notwendige!) Rettung des Euro für Investitionen in eine 'Creative Union', könnte Europas Jugend eine Zukunftsperspektive geben!" ist Bast überzeugt.

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