GPA-djp-Peschek: Lehrstellenentwicklung in Wien ein Tropfen auf den heißen Stein

Statt Jubelmeldungen lieber einen Ausbildungsfonds einrichten

Wien (OTS/ÖGB) - "Laut AMS suchen aktuell 2.034 Jugendliche eine Lehrstelle, demgegenüber stehen leider nur 623 offene Lehrstellen. Ich freue mich über jeden zusätzlichen Ausbildungsplatz, aber Jubelmeldungen sind völlig deplatziert. Denn rechnet man die über 4.000 Jugendlichen in überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen hinzu, so suchen tatsächlich über 6.000 junge Menschen eine Lehrstelle in der Wiener Privatwirtschaft. Die UnternehmerInnen in Wien müssen daher für junge Menschen mehr Ausbildungsplätze schaffen und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen", fordert Christoph Peschek, Jugendsekretär der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) - Wien, in einer Reaktion auf die Meldungen der Wiener Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank.++++

Die Bemühungen der Wirtschaftskammer seien in diesem Bereich nicht ausreichend. "Leider bilden nur mickrige 9 Prozent der Wiener Betriebe in der Privatwirtschaft auch Lehrlinge aus. Ein Langzeitvergleich zeigt die alarmierende Situation im Bereich der Ausbildungsplätze. Gab es 1980 in Wien 31.080 Lehrlinge in der Privatwirtschaft, waren es 1990 noch 20.741 und per 31. Dezember 2011 nur mehr 13.586. Daher entstand auch die kostenintensive Notwendigkeit der überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen, die skurrilerweise oftmals von der Wirtschaftskammer kritisiert wird", zeigt sich Peschek erschüttert.

"Über Fachkräftemangel zu jammern, aber in privatwirtschaftlichen Betrieben kaum Ausbildungsplätze anzubieten funktioniert einfach nicht. Es braucht mehr soziale Verantwortung der Unternehmen und ebenso mehr Gerechtigkeit. Schließlich fallen Fachkräfte nicht vom Himmel, sondern müssen ausgebildet werden. Daher brauchen wir statt unpassender Jubelmeldungen rasch einen Ausbildungsfonds", meint der Junggewerkschafter. Aktuell gibt es in Österreich zwei Modelle, eines in Vorarlberg und eines in der Bauindustrie. Über eine Ausbildungsumlage zahlen die UnternehmerInnen in einen "Budget-Topf" ein, aus dem die Fachkräfteausbildung zusätzlich solidarisch finanziert wird. "Die Unternehmer haben die zwei bereits existierenden Modelle mitgetragen, daher gehe ich davon aus, dass sich die Wiener Wirtschaftskammer solchen Ideen nicht verschließen wird. Denn schließlich geht`s um die Sicherstellung qualitativ hochwertig ausgebildeter Fachkräfte der Zukunft und um ein selbstbestimmtes Leben in Würde für die heutige Jugend", so Peschek abschließend.

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