• 19.08.2012, 18:00:31
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Neues Volksblatt: "Blaue Groteske" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 20. August 2012

Linz (OTS) - Im blauen Doppelpass zwischen Wien und Klagenfurt
wird momentan ein besonderes Politspielchen getrieben. Die Kärntner
Freiheitlichen blockieren im Landtag durch Demokratieverweigerung
eine Abstimmung über Neuwahlen - und zwar unter anderem auch mit der
Begründung, die Landesregierung müsse zuvor noch die
Verfassungsklagege gegen den Euro-Rettungsschirm (ESM) einbringen
können. FPÖ-Chef Strache, der kürzlich noch meinte, die
Geschäftsordnungs-Trickserei dürfe man "nicht übermäßig
strapazieren", ist nun auch für die Fortsetzung der Blockade, bis die
Klage eingebracht ist.
Im Klartext heißt das: Die Kärntner Blauen liefern durch ihr
seltsames Verhalten dem Wiener Chef-Blauen ein Wahlkampfthema.
Strache als Retter Österreichs vor den Gefahren des Euro: dieser
Stoßrichtung im FPÖ-Nationalratswahlkampf dient auch eine anhängige
Verfassungsklage. Dass jetzt auch Stronach am Anti-Euro-Klavier
spielt, kommt natürlich ungelegen, umso lauter müssen die
Freiheitlichen ihr Thema trommeln. Dörfler, Scheuch und Co. geben den
Steigbügelhalter, als Dank erklärt Strache die FPK taxfrei zur
korruptionsfreien Zone. Dass ausgerechnet die selbsternannten Kämpfer
für den "kleinen Mann" glauben, sie könnten die Österreicher für blöd
verkaufen, ist der Tupfen auf dem i in dieser blauen Groteske.

Rückfragehinweis:
Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
mailto:[email protected]
http://www.volksblatt.at

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